John F. Deane

Im Namen des Wolfes

Roman
Cover: Im Namen des Wolfes
Rotbuch Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783434530602
Gebunden, 229 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Patty O´Higgins leidet an der "Lupus"-Krankheit, einer seltenen Krankheit, die von alten Vorurteilen und Ängsten begleitet ist, weil sie eine wolfsähnliche Entstellung der Gesichtszüge mit sich bringt. In ihrem Heimatdorf im äußersten Westen Irlands ereignen sich rätselhafte Dinge ? Hass und Wut streifen durch die Berge, der Freund wendet sich gegen den Freund, und überall herrscht eine überwältigende Atmosphäre der Feindseligkeit, auch, oder gerade weil sich die Menschen in diesem entlegenen Erdenwinkel so sehr nach Liebe sehnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2001

Düster geht es in dem Roman des irischen Autors John F. Deane zu, warnt Sebastian Domsch. Erzählt wird die Geschichte der Menschen auf Achill Island, insbesondere die der Familie des Captain Cyril Thornton O'Higgins, seiner depressiven Frau Nora und der Tochter Patty, die an einer rätselhaften Krankheit leidet, in deren Folge sich ihre Gesichtszüge so verändern, dass sie einem Wolf immer ähnlicher wird, berichtet der Rezensent. Zwar gebe es zwischendurch schon heitere Momente, doch der pessimistische Grundton überwiege. Deanes Protagonisten haben nicht viel zu lachen. Entweder sie fügen sich ihrem Schicksal, oder sie entziehen sich durch Selbstmord, so Domsch. Und zu allem Unglück geistert auch noch ein Monster durch den Roman, das ständig präsent, aber niemals sichtbar wird. Für Domsch ist dieses Unwesen denn auch eher Chiffre und Produkt der irischen Legende, bestehend aus Troll, Werwolf und Banshee, aus katholischer Mystik und existentialistischer Verzweiflung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001

Als einen "metaphysischen Schauerroman" bezeichnet H.G. Pflaum diesen Roman, der auf einer von Kriegsereignissen auf diffuse Weise geschädigten irischen Insel spielt. Es scheint zu spuken, aber das "Andere" geschieht eben "nicht im Jenseits, sondern dicht neben der alltäglichen Wirklichkeit". Die Geheimnisse erzählt Deane nicht, dazu ist sein Erzählstil zu fragmentarisch: Die Lücken lasse er offen wie Wunden. Auch sonst kann Pflaum dem Buch einiges abgewinnen, er nennt es "ungewöhnlich und sehr visuell". Nur die Sprache, in der es geschrieben ist, findet Pflaum "mitunter sehr seltsam", und das liegt nicht an der Übersetzung - die er lobt - sondern irritiert ihn auch schon im englischsprachigen Original.
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