Amanda Michalopoulou

So ist das Leben

Roman
Cover: So ist das Leben
Rotbuch Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783434530862
Gebunden, 375 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Am Anfang steht die Liebe. Die Heldin dieses Romans lernt den tschechischen Reiseveranstalter Ivo kennen, verbringt ein paar rauschhafte Tage und Nächte mit ihm und macht sich, nachdem er auf rätselhafte Weise verschwunden zu sein scheint, auf die Suche nach seinem bisherigen Leben. Bei ihrer Suche lernt sie etwas sehr Wichtiges - das Vagabundieren. Doch das ist noch lange nicht alles, denn immer mehr wird Ivo zu einem Phantom, zu einer fixen Idee...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2001

Ein Roman, der anspielungsreich ist (für die Gebildeten), stellenweise kitschig (für die Herzensbildung) und manchmal witzig (unabhängig vom Bildungsstand). Vor allem aber, findet Elisa Peppel, leidet "So ist das Leben" unter theoretischer Überfrachtung, ächzt unter der "Reflexionsmaschinerie", mit der die Autorin ans Werk gehe. Die 40jährige Ich-Erzählerin verliebt sich in einen tschechischen Reiseführer, folgt ihm, der nirgends mehr auftaucht, quer durch Europa und stößt auf Kafka sowie Grete Samsa, und was folgt ist ein Spiel der Ebenen und Perspektiven, bei dem sich das Prinzip der "Zweiteilung" zur zentralen Metapher entwickle. Das mühsame Sprachkauderwelsch stört die Kommunikation, findet Peppel, bei der Liebesgeschichte entwickelt die Autorin einen regelrechten Hang zum Kitsch, und was die Theorielastigkeit angeht, wünscht sich die Rezensentin Entlastung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Ziemlich genervt ist Rezensent Stefan Weidner von dem Schatten Kafkas, der sich seiner Meinung nach ziemlich penetrant über dieses Buch der jungen griechischen Autorin Amanda Michalopoulou legt: "Allzu gern läse man die hoffnungslos übersteuerte Intertextualität ironisch, aber es will nicht gelingen." Weidners Irritation geht sogar so weit, dass er bisweilen am Verstand der Autorin zweifelt. Erträglich findet er lediglich die Stellen des Buches, wo Kafka ausnahmsweise einmal keine Rolle spielt. Dort schafft die Autorin "schöne, einfühlsame Passagen", die das kulturelle und sprachliche Wirrwarr behandeln, das mit griechisch-tschechisch-deutschen amourösen Verwicklungen einhergeht. Sein Gesamteindruck ist aber doch eher negativ. Seine Rezension schließt mit dem Satz: Bei Nachwort der Übersetzerin "schwappt der Wahnsinn endgültig über die Buchdeckel hinaus."