Bill James

Rivalen

Roman
Cover: Rivalen
Rotbuch Verlag, Hamburg 2002
ISBN 9783434531036
Gebunden, 286 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gerold Hens. Weil die meisten der großen Unterweltbosse nach dem Mord an Drogenbaron Kennard Knapp frühzeitig das Zeitliche gesegnet haben, regiert das Chaos in der Stadt. Unter den wachsamen Augen von Detective Colin Harpur und seinem zynischen Vorgesetzten Desmond Iles wollen die pragmatischen Mitglieder der kriminellen Szene nun dieses Vakuum füllen. Ralph Ember fühlt sich stark genug, die Rolle des neuen Paten zu übernehmen. Aber wer sind seine Rivalen? Vielleicht sogar die beide Polizisten, über die es dunkle Gerüchte gibt... Währenddessen entwickelt Colin Harpur seinen Plan - der so geheim ist, daß er ihn den Job kosten kann, und so gefährlich, daß sein Leben auf dem Spiel steht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.05.2002

Nur vergleichbar seinem Krimikollegen Ed McBrain, hat der Autor Bill James mit seinen 17 Büchern ein ganzes literarisches Universum geschaffen, in dem Leidenschaften und Perversionen eine Reihe an Verwicklungen hervorrufen, schreibt begeistert der Rezensent Robert Brack. Er genießt die Souveränität, mit der James seine "kriminelle Comedie humaine" entwickelt. Der simple Hintergrund dieser Geschichte sei das entstandene Machtvakuum, welches der Tod eines Gangsterbosses hinterlässt. James' Kunst bestehe nun darin, seinen Protagonisten ein untypisches menschliches Innenleben zu geben, welches sie "auf der moralischen Messlatte ein ganzes Stück weit zusammen rücken lässt", zitiert Brack den Autor und führt als Beispiel den kriminellen Studenten der Geistes- und Religionswissenschaften "Panik-Ralph" an, der als psychisch labiler und von professionellen Killern verfolgter "Geschäftsmann" die Polizisten Harpur und Iles an ihrer Mission zweifeln lässt. Brack verspricht dem Leser jede Menge Spaß.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.05.2002

"Rivalen", der 14. Band einer in Großbritannien "zu Recht" berühmten Krimireihe, ist nach "Auf Rosen gebettet" der zweite Roman von Bill James, der endlich auf Deutsch vorliegt, freut sich Tobias Gohlis. Denn die Übersetzung der Reihe über die Fälle der Detektive Desmond Iles und Colin Harpur liegt dem Rezensenten wirklich am Herzen. In "Rivalen" nun geht es, verrät Gohlis, um die Geschichte einer Revanche. Der Clubbesitzer Ralph muss "in flagranti" mit ansehen, wie seine Geliebte Christine an seiner Stelle erschossen wird. Dafür schwört er Rache. Das ist aber nicht so leicht umzusetzen, denn im Feld agieren ein übereifriger Detektiv, der "undercover" verhindern will, dass das kleine Küstenstädtchen zum Drogenumschlagplatz wird, Ralph und die Drogenmafia. Hier werden, freut sich Gohlis, eine Gangsterballade und ein Polizeiroman "auf das verschrobenste" miteinander verwoben. Allein schon die Konstruktion des "panischen" Gangsters Ralph macht den Krimi zur "Extraklasse", schwärmt Gohlis, der aber noch mehr Löbliches entdeckt hat: Neben der Geschichte präsentiere der Autor eine "bissige Karikatur" von Land und Leben der Engländer nach der Ära Thatcher.
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