John Clare

Reise aus Essex

Cover: Reise aus Essex
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783957573278
Gebunden, 176 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Esther Kinsky. Eine tiefe und andauernde Lebenskrise, die den Dichter John Clare erfasste, mündete 1837 in die Einweisung in eine private Nervenheilanstalt in High Beach, Essex. Vier Jahre später gelang dem damals 48-Jährigen, der heute als bedeutendster Chronist des englischen Landlebens gilt, die Flucht aus der Anstalt und er wanderte in einem schonungslosen Viertagemarsch fast 100 Meilen zurück in sein Heimatdorf in Northamptonshire. Seine legendären Erinnerungen an diese Flucht bilden das Zentrum des vorliegenden Buchs, das, eingerahmt von den beiden bekanntesten Gedichten Clares, auch autobiografische Fragmente umfasst und damit einen der großen Naturdichter englischer Sprache porträtiert. Ausgewählt und erstmals übersetzt von Esther Kinsky, stellen die hier versammelten Texte in ihrer existenziellen Dringlichkeit und hohen Verdichtung die Entdeckung einer im Deutschen bislang unbekannten Größe der europäischen Literaturen dar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2017

Rezensent Tobias Döring nimmt sich das "Naturgenie" John Clare gerne vor. Erstmals auf Deutsch zu lesen, übersetzt von Esther Kinsky, erscheint ihm der Dichter Clare zwar weiterhin fremd, doch nicht würdelos, so wie die Zeitgenossen und die Psychiatrie Clare sahen. Das enthaltene Gedicht aus der Anstalt etwa findet Döring Texten Oscar Wildes ebenbürtig. Und der Bericht von der Wanderung nach Essex, die der Autor 1841 unternahm, Gras essend, alle Gesellschaft meidend, so knapp er auch ist, packt den Rezensenten als Ausdruck reiner Existenzvergewisserung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2017

Tobias Lehmkuhl freut sich über die Übersetzung der Reiseberichte und anderer Selbstzeugnisse eines der bedeutendsten Dichter der englischen Romantik. Dass John Clare anders als Keats oder Shelley bei uns kaum bekannt ist, kann sich der Rezensent nur damit erklären, dass der Zugriff des Dichters auf die Natur eher handfest und nicht sehnsüchtig ist wie bei Novalis. Esther Kinskys einfallsreiche Übersetzung von Clares rhythmusbetonter, auf Orthografie und Interpunktion pfeifende Sprache findet Lehmkuhl stark preisverdächtig.
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