Aus dem Englischen von Gernot Krämer und Jan Weinert. Mit Illustrationen von Horst Hussel. William Blake erzählt in diesem erstmals auf Deutsch erscheinenden Text vom Leben auf einer Insel im Mond. Er schildert eine Schar von Narren, die in ihren Unterhaltungen philosophische Diskurse persiflieren. In dem kaum bekannten Frühwerk führt Blake Themen, die er später in seinen prophetischen Dichtungen wieder aufgegriffen hat, ein. In Form und Stil erneuert er die Satire der griechischen Antike. Die eingestreuten Gedichte beeindrucken durch die Vielfalt der Stimmungen und Formen. Und schließlich rührt der Text auch an das Geheimnis der eigentümlichen Drucktechnik, mit der Blake seine heute weltberühmten Grafiken vervielfältigt hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2008
Als Lesegrenzerfahrung bezeichnet Kai Wiegandt diesen wenig bekannten, jetzt ins Deutsche gebrachten Text William Blakes. Eigensinnig wie diese Satire daherkommt, erscheint Wiegandt das Unternehmen einer solchen Publikation, weil es für das Buch zwar Vorbilder gibt (Swift), es in seiner Form jedoch ganz unverwechselbar ist. Wiegandt entdeckt kalauernde Gedichte und eine Prosa aus Gesprächen voller Anspielungen auf Zeitgenössisches anno 1784 ungefähr. Exposition, fortlaufende Handlungsstränge oder ein Ende sucht er dafür vergebens. Das macht es nicht leicht, gibt er zu. Doch noch dem Leser, der die Anmerkungen nicht lesen möchte, verspricht Wiegandt ein Ereignis von "unbekümmerter Wildheit" und Radikalität aus dem Grenzgebiet zwischen Romantik und Moderne.
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