Energie kann weder erzeugt werden, noch kann sie verschwinden. Sie ist von Anfang an da seit dem Urknall; und seit Einstein wissen wir: auch in Form von Masse. Wir nutzen sie in Gestalt verschiedener materieller Träger (wie Erdöl, Kohle oder Uran), die wir tatsächlich auch verbrauchen. Dennoch gibt es eigentlich keinen "Energieverbrauch". Seit der Studie des Club of Rome 1972 mit dem Titel "Die Grenzen des Wachstums" ist unser Umgang mit materiellen Ressourcen und damit "Energiesparen " ein zentrales Thema. Und wenn eine Tageszeitung titelt: "Hohe Energiepreise gefährden Europas Wohlstand", wird schnell klar, welchen gesellschaftlichen Sprengsatz dieses Thema enthält. Johannes Schmidl analysiert den Energie-Diskurs, der von zwei entgegengesetzten Befürchtungen dominiert wird, die uns zu ungeheuren Anstrengungen treiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2014
Magnus Klaue fühlt sich völlig ausgebrannt nach der Lektüre von Johannes Schmidls Versuch, utopisches Denken und Energiefrage zusammenzubringen. Laut Rezensent liegt das an Schmidls Unfähigkeit, sich bei aller formalen Strenge auch inhaltlich zu beschränken. So muss sich Klaue vom Philosophen, Physiker und Umweltaktivisten Schmidl quasi simultan anhören, wie sich der Utopiebegriff und der Energiebegriff gewandelt, was Platon, Thomas Morus und Francis Bacon damit zu schaffen haben (oder nicht) und ob wir aktuell in einer Utopie leben. Nachdem Klaue sich durch all das hindurchgewühlt hat, wird er vom Autor mit einem umweltpsychologischen Modell für Verhaltensänderung in fünf Stufen belohnt. Ob Klaue das zu schätzen weiß, bleibt zu bezweifeln.
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