Johannes Kühn

Ganz ungetröstet bin ich nicht

Gedichte
Cover: Ganz ungetröstet bin ich nicht
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446209305
Gebunden, 134 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Irmgard und Benno Rech. Wenn ein Lyriker in die Jahre kommt, können die Leser sich auf Gedichte einstellen, die das Erleben des Alterns aufgreifen. Doch Johannes Kühn schreibt über das Älterwerden auf eine Weise, die aus einer überraschenden Spiellust stammt. Die Altersleiden werden schonungslos aufgelistet, aber von Anfang an ist dabei die ironische Distanz zu spüren, in der dies geschieht. Übertreibung gibt nicht Altersjammerei oder Alterstristesse wieder, sie ist vielmehr das sprachliche Mittel, über das Alter zu triumphieren. Wie daraus eine Überlegenheit erwächst, mit der sich sogar dem Tod drohen lässt, macht kein anderer Dichter spürbar wie Johannes Kühn.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2007

Nur teilweise getröstet zeigt sich Rezensent Nico Bleutge von Johannes Kühns neuen Gedichten. Zwar ist er grundsätzlich immer wieder sehr beeindruckt vom "melancholischen Grundton" dieser Lyrik, und ihrer Sprache, der Bleutge immer wieder anzuhören meint, was die Dichtung einmal bedeutete für Hölderlin oder Trakl. Trotzdem liegt bei aller spürbaren wie tief greifenden existenziellen Einsamkeit dieser Lyrik genau hier für den Rezensenten auch ihre Gefährdung, da ihm die "Grenzschicht" zwischen einer originären Sprache und abgenutzten dichterischen Bildern und Allgemeinplätzen gelegentlich allzu dünn erscheint. Trotzdem hat dieser 1934 geborene Dichter aus Sicht des Rezensenten mit seinen mehr als zwei Dutzend Gedicht- und Erzählbänden in der deutschen Literatur eine "Leuchtspur" (wie es in Anklang an einen Lyrikband des Jahres 1996 heißt) hinterlassen, die nach Ansicht Bleutges noch ein Weilchen am lyrischen Firmament stehen bleiben wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Johannes Kühn ist erst spät entdeckt worden und produziert bis ins hohe Alter. Immer noch soll der 1934 geborene Saarländer jeden Werktag drei Gedichte verfassen, erfahren wir von Walter Hinck. In den Gedichten aber spürt man das Alter, meint Hinck, er meint, in den nach wie vor um die Natur  kreisenden Stücken eine gewisse "Mattigkeit" zu spüren. Um Vergangenheit und Entgangenes dreht sich vieles, was aber nicht als Wehleidigkeit" zu verstehen ist, wie der Rezensent betont. Für den unermüdlichen Kühn sei die Poesie einfach zum wichtigsten Ausdrucksmittel seiner momentanen Befindlichkeit geworden.