Jochen Schmidt

Der Wächter von Pankow

Cover: Der Wächter von Pankow
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406681868
Gebunden, 237 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

"Ich würde ja gerne", sagt der Erzähler in Jochen Schmidts Titelgeschichte, "die letzten 30 Jahre meines Lebens damit verbringen, mir die ersten 30 Jahre als Film anzusehen", auch weil seine erste Freundin immer meinte, mit 30 bereits tot sein und niemals Kinder haben zu wollen. Jetzt hat sie ein Kind und wundert sich, dass sie sich bei der Wiederbegegnung nach 13 Jahren umarmen, weil das doch immer die Wessis machen. Aber der Ich-Erzähler möchte nicht tot sein, sondern endlich eine Duschkabine besitzen. Und er möchte ein richtiges Schriftstellerleben führen, wenn er nur wüsste, wie das geht - es gibt ja so viele Vorbilder. In ihrer Genauigkeit, Gegenstandsverliebtheit, Anhänglichkeit und Komik liefern die neuen Geschichten von Jochen Schmidt so etwas wie diesen Film der ersten 30 Jahre, retten, was verloren gegangen ist, und verheddern sich in nicht enden wollender, komischer Grübelsucht - nicht nur in Fragen eines richtigen Schriftstellerdaseins. Dasjenige von Jochen Schmidt kann jedenfalls so falsch nicht sein, wenn dabei immer wieder so wunderbar eigensinnige Geschichten entstehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2016

Sammeln, Horten, Beschreiben, darin ist keiner so gut wie Jochen Schmidt, meint Martin Halter. Wie der Autor die Brösel der DDR aufpickt und konserviert, erinnert ihn an Proust, auch weil Schmidt damit seine verlorene Jugend auferstehen lässt. Die in diesem Buch versammelten liebenswerten Miniaturen machen Halter auch ohne roten Faden Freude in ihrer Mischung aus kindlicher Naivität und federleichtem Kaffeehausliteratentum.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2015

Mit seinem neuen Erzählband "Der Wächter von Pankow" rückt Jochen Schmidt seinem Wunsch, auf einer Briefmarke zu landen, näher, meint Rezensent Martin Oehlen. Verdient hätte er es, denn der Kritiker liest hier amüsiert, aber nicht ohne gelegentliche Ernsthaftigkeit die "wohlig schnurrenden" Texte des Autors, in denen er mit beharrlichem Blick auf Alltäglichkeiten Skurrilität und Schönheit freizulegen vermag. Egal, ob Geschichten aus der DDR, über Philatelie, die Liebe zu fremden Sprachen oder das Verschwinden von Dingen - Oehlen hat diese Prosastücke nicht nur genüsslich verschlungen, sondern empfiehlt sie auch als "Vademecum für fast alle Lebenslagen".
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