Malwida von Meysenbug: Aristokratin, Freiheitskämpferin, Frauenrechtlerin, Erfolgsautorin: das Leben einer außergewöhnlichen Frau im 19. Jahrhundert. Sie hätte das Leben einer Aristokratin führen können, Malwida von Meysenbug (1816 - 1903) aber ging ihren eigenen Weg. 1848 stand sie auf der Seite der Revolutionäre, später kämpfte sie für die Rechte der Frauen. Im Exil in London und Paris verkehrte sie in den wichtigsten künstlerischen und politischen Kreisen. Zurück in Deutschland, wurde sie zur Vertrauten Wagners und Nietzsches, in Rom schließlich fand diese europäische Kosmopolitin ihre zweite Heimat. Ihre "Memoiren einer Idealistin" waren ein Bestseller, viele Frauen entdeckten darin die Möglichkeit, aus eigener Kraft ein erfülltes Leben zu führen. Joachim Radkaus Biografie lädt dazu ein, diese faszinierende Frau zu entdecken: eine Netzwerkerin, bei der viele Fäden zusammenliefen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2022
Rezensent Elmar Schenkel lobt die Lesbarkeit von Joachim Radkaus Biografie der Idealistin und Nietzsche-Freundin Malwida von Meysenburg, die für ihn auch damit zu tun hat, dass der Autor die Chronologie mit Vor- und Rückblenden bricht und den Lebensweg in die Geschichte des 19. Jahrhunderts einbettet. Mit offener Sympathie für Meysenburg unternimmt es der Historiker laut Schenkel nicht nur zu erklären, was es mit dem Idealismus auf sich hat, er lässt auch geschickt seine Kenntnisse über Kaiserreich, Technikgeschichte und Naturbewegung einfließen und erläutert nachvollziehbar, wie Meysenburg Naturbegeisterung und politische Haltung vereinte.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 12.03.2022
Rezensent Tilman Krause widmet der großen Malwida von Meysenbug erst einmal selbst eine ausführliche Lobrede, bevor er auf ihren Biografen zu sprechen kommt. Malwida von Meysenbug, Schriftstellerin, Kunstförderin und Feministin erster Stunde, war ihrer Zeit politisch um Jahrzehnte voraus und hing ihr gleichzeitig literarisch um Jahrzehnte hinterher, beschreibt Krause. Joachim Radkau ist es gelungen, ein eindringliches Porträt dieser schillernden Persönlichkeit zu zeichnen. Zumindest scheint Krause dies zu meinen, wenn er Radkau einen "klugen, einfühlsamen" Biografen nennt. Ein wenig getrübt sieht der Rezensent seine Leseerfahrung allerdings von Radkaus "gewisser Ohrenbackensesselhaftigkeit" in stilistischer Hinsicht. Und auch die Aktualität, die Meysenbugs Taten und Texte heute noch haben, wird nicht ganz deutlich, bedauert der Rezensent. So bleibt ihm zu hoffen, dass jemand anderes dort anknüpfen wird, wo Radkau aufgehört hat.
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