Johannes Kepler

Der Traum, oder: Mond Astronomie

Somnium sive astronomia lunaris. Mit einem Leitfaden für Mondreisende von Beatrix Langner
Cover: Der Traum, oder: Mond Astronomie
Matthes und Seitz, Berlin 2011
ISBN 9783882216264
Gebunden, 271 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Beatrix Langner. Aus dem Lateinischen übersetzt von Hans Bungarten. Wie im Rausch schrieb Johannes Kepler 1609 in zwei Nächten diese geheimnisvolle Traumerzählung einer Reise zum Mond. In seinen letzten Lebensjahren ergänzte er sie um einen umfangreichen astronomisch-mathematischen Anmerkungsteil, erst nach seinem Tod konnte diese Schrift veröffentlicht werden. Von zeitgenössischen Astronomen als "bizarr" und "seltsam" abgelehnt, steckt in ihr mehr als eine mutige Verteidigung des kopernikanischen Weltbilds.
Zum ersten Mal erscheint nun diese Traumerzählung voll blühender Phantasie in einer textkritischen Übersetzung nach der Originalausgabe von 1634 vollständig auf Deutsch und mit einem Essay von Beatrix Langner, in dem sie die Träumereien dieses äußerst ungewöhnlichen Mathematikers, Astronoms und Denkers des deutschen Humanismus vor dem Hintergrund der religions- und naturphilosophischen Debatten seiner Zeit nachzeichnet und deren Spur bis heute verfolgt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2011

Überirdisch begeistert zeigt sich Helmut Mayer über eine Chance, ganz unakademisch in Wissenschafts- und Ideengeschichte einzutauchen, die bisher noch gar nicht auf Deutsch vorlag: Johannes Keplers Erdbetrachtungen vom Mond aus. Einnehmend und anregend findet Mayer nicht nur Keplers raffiniertes wissenschaftliches-literarisches Spiel (bis hin zu einer Anatomie der Mondbewohner), sondern auch die umfangreichen, mal spekulativen, mal astronomisch-physikalisch korrekten Anmerkungen, eine wahre Mondgeografie, wie Mayer staunt, ferner eine Anleitung für Mondreisende der Herausgeberin Beatrix Langner. Das Buch macht mondsüchtig, warnt Mayer, und das mit rund 400 Jahren auf dem Buckel!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.07.2011

Johannes Keplers nur wenige Seiten umfassende, dafür mit einem enormen Fußnotenapparat versehene Phantasie einer Mondreise aus dem Jahre 1609 versetzt den Rezensenten Clemens J. Setz in jeder Hinsicht in Erstaunen. Kepler beschwört zur Überbrückung der Entfernung zwischen Erde und Mond dämonische Mächte, erzählt Setz. Außerdem ist er bewohnt, und natürlich tragen sich die Mondbewohner mit ebenso phantasievollen Gedanken bezüglich des benachbarten blauen Planeten, wie wir Erdlinge sie über den Mond hegen, freut sich der Rezensent. "Von einer rätselhaften und doch fest in Astronomie und Mathematik wurzelnden Poesie getragen" sei Keplers Erzählung. Der von der Herausgeberin Beatrix Langner beigesteuerte "Leitfaden für Mondreisende" schließlich war dem Kritiker eine wertvolle Hilfe zum Verständnis der keplerschen Konzepte und Ideen.