Herausgegeben von Ernst Volland und Heinz Krimmer. Jewgeni Ananjewitsch Chaldej (1917-1997) hat als Kriegsreporter Bilder geschaffen, die weltberühmt wurden. Der Rotarmist, der die Fahne auf dem Berliner Reichstag hisst, gehört zu diesen Motiven. Der TASS-Fotograf war von 1941 bis 1945 an der Front, dokumentierte den Vormarsch der Sowjetarmee und die Eroberung Berlins, war Bildberichterstatter der Potsdamer Konferenz und der Nürnberger Prozesse. Doch er geriet in Vergessenheit. Erst kurz vor seinem Tode wurde Chaldej wiederentdeckt und gilt inzwischen weltweit als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.
Die Fotos in diesem "Kriegstagebuch" hält Rezensent Klaus Bittermann für weitaus spannender als die schriftlichen Aufzeichnungen. Jewgeni Chaldej, weltbekannt für Bilder wie das des Soldaten, der die sowjetische Flagge auf dem Reichstag hisst, hat sie zwischen 1941 und 1943 insgeheim angefertigt, informiert der Rezensent. Irgendwelche sensationellen Enthüllungen enthielten die Notizen Chaldejs nicht, aber es sind diverse Detailbeobachtungen der Kriegsgräuel, die das Buch für Bittermann durchaus lesenswert machen. Die Fotolegenden, die Chaldej dem Mitherausgeber Ernst Volland erzählt hat, interessieren den Rezensenten besonders. Sie entbehrten teilweise nicht einer gewissen Komik, schreibt Bittermann und erwähnt eine Legende aus dem Mai 1945, die davon kündet, wie die Führerverehrung auch nach Hitlers Tod noch in Haar- und Bartmode weiterlebte - was den Unbelehrbaren allerdings oftmals zum Verhängnis geworden sei.
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