Während der letzten zehn Reformjahre sind die Regionen Russlands zu einer Kraft geworden, die aus dem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben des Landes nicht mehr wegzudenken ist. Der Zerfall des zentralisierten Sowjetsystems ermöglichte es den Regionen, aus dem Schatten des einst übermächtigen Staates herauszutreten und eigene Initiativen bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen zu entwickeln... Dieses Buch unternimmt erstmals den Versuch, den russländischen Regionalismus in seiner ganzen Komplexität und Widersprüchlichkeit darzustellen und die Gefahren und Chancen abzuschätzen, die sich aus diesem Phänomen für die Stabilisierung Russlands ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2002
Nach dem Ende der Sowjetunion hat die Zentrale Moskau deutlich an Bindekraft verloren, die Regionen Russlands haben an Eigenständigkeit gewonnen. Perovic beschreibt die "neuen politischen Strukturen", die sich bilden, das Aufkommen neuer "regionaler Eliten". Es zeigt sich, dass die Differenzierung entlang unterschiedlicher Linien verläuft: nicht nur zwischen russisch und nichtrussisch dominierten Regionen, sondern auch nach Kriterien wie arm oder reich, "fortschrittlich und rückständig" oder von europäisch bis fernöstlich. Der Band ist als erste Studie ihm Rahmen eines vom Ernst Kux in seiner Rezension genauer vorgestellten Projekts an der ETH Zürich entstanden, das, wie er meint, durchaus "erstaunliche" Tatsachen zu Tage fördert.
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