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Jeremias Gotthelf

Wilde, wüste Geschichten

Cover: Wilde, wüste Geschichten
Nagel und Kimche Verlag, München 2012
ISBN 9783312004607
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Peter von Matt. Kein Autor deutscher Sprache hat sich der menschlichen Bosheit mit so scharfem Blick und brandschwarzem Humor gestellt. Die in diesem Band vorgelegten Geschichten sind wenig oder überhaupt nicht bekannt. Sie bieten einen faszinierenden Einblick in die menschliche Seele und in die Realität der Bauern der Schweiz im 19. Jahrhundert. So ergreifend sie die Liebeskraft der Menschen schildern, so erschreckend leuchten sie in Abgründe von Eigensucht und Gefühlskälte. Wer der Meinung ist, Gotthelf sei der Inbegriff der guten alten Zeit, kann hier sein blaues Wunder erleben - und Neuland der Literaturgeschichte betreten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2012

Fröstelnd legt Manfred Koch den Band mit den von Peter von Matt herausgegebenen und, wie er schreibt, exzellent im Nachwort eingeführten drastischen Erzählungen von Jeremias Gotthelf beiseite. Koch lernt den Pfarrerssohn und Biedermaier-Autor hier als Schreckensmann kennen. Ob Gotthelf nun die innere Dämonenhölle einer schuldigen Seele plausibel als Jagdszenario entwirft, wie Koch erläutert, freilich ganz nach Art christlicher Katharsis, oder dem reinen Grauen huldigt, wie in der Ehegeschichte vom "Harzer Hans", es fasziniert den Rezensenten. Am meisten noch, wenn keine höhere Sinngebung in Sicht ist und das radikal Wilde verhandelt wird. Dem Autor räumt Koch bereitwillig einen Platz unter den Ästheten des Bösen ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2012

Das soll ein Biedermeier-Dichter sein? Peter Urban-Halle schüttelt die Mähne. Und obwohl dem Autor die künstlerische Form Wurscht ist, wie der Rezensent feststellt, hat Urban-Halle mit Jeremias Gotthelf und seinen wilden Geschichten einen Kandidaten für den ersten Erzähler von Rang in der deutschen Literatur. Oder so beinahe. Denn den Erzieher Gotthelf hat der Leser immer mit an Bord, wie wir erfahren, und das ist nicht immer toll. Wuchtigkeit, Maß- und Rücksichtslosigkeit sind die wunderbaren Eigenschaften des Erzählers, wie sie Urban-Halle in diesen kaum bekannten Texten zu spüren bekommt. Die Pointe fliegt ihm mehr als einmal um die Ohren, zum Glück mit genug Raffinesse, Humor und Fantasie, so dass der Rezensent die geballte Ladung Pessimismus erträgt. Denn Erlösung, meint er, finden nur wenige von Gotthelfs Helden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2012

Florian Welle entdeckt in dem schreibenden Emmentaler Gemeindepfarrer Jeremias Gotthelf einen modernen Autor von ungeheurer Vitalität. Der Moralismus des zu Beginn des 19. Jahrhunderts schreibenden Gottesmannes scheint ihm angesichts der Drastik und Anarchie besonders der kürzeren Texte in dieser erstmals außerhalb der Gesamtausgabe veröffentlichten Sammlung gut erträglich. Sogar die biblische Nächstenliebe sieht Welle in ihr Gegenteil verkehrt, wenn Gotthelfs Figuren in Geiz, Hass und Rachsucht schwelgen. Wie der Autor auf Erzählkonventionen pfeift, setzt ihm auch Peter von Matts "kluges" Nachwort auseinander.
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