Jens Mühling

Schwarze Erde

Eine Reise durch die Ukraine
Cover: Schwarze Erde
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783498045340
Gebunden, 288 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

"Wird jemand für das vergossene Blut zahlen? Nein. Niemand." Michail Bulgakow schrieb das in Kiew, in den Wirren des russischen Bürgerkriegs, als sich in der Ukraine im Wochentakt die Grenzen verschoben. Den Deutschen gehörte damals ein Stück des Landes, den Polen schon nicht mehr, obwohl ihnen früher ein sehr großes gehört hatte. Ein kleineres den Österreichern, den Litauern lange fast alles, den Russen später der Rest, den Sowjets am Ende das Ganze. Allein den Ukrainern gehörte nichts. Jens Mühling erzählt von Begegnungen mit Nationalisten und Altkommunisten, Krimtataren, Volksdeutschen, Kosaken, Schmugglern, Archäologen und Soldaten, deren Standpunkte kaum unterschiedlicher sein könnten. Sein Buch schildert ihren Blick auf ein Land, über das wir kaum etwas wissen - obwohl es mitten in Europa liegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2016

Rezensentin Kerstin Holm wünscht sich schon lange einen Blick auf die menschlichen Realitäten in der Ukraine. Der Russland-Experte Jens Mühling liefert sie ihr nun mit einem Buch, das als mit historischen Exkursen garnierte Reisereportage daherkommt. Wenn der Autor quer durchs Land reist, Nationalisten, Russland-Skeptiker, Dissidenten, Kommunisten und dem Mittelpunkt Europas begegnet, erkennt Holm das fremdbestimmte Schicksal des Landes in kurioser Gestalt. Dass Mühling keine Synthesen anstrebt, findet sie gut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2016

In Jens Mühlings neuem Buch "Schwarze Erde" ist Rezensent Nicolas Freund durch die Ukraine gereist und hat entdeckt, dass es nicht die eine, sondern nur viele Geschichten dieses Landes gibt. Diese hat der "Tagesspiegel"-Redakteur, der für seine literarische Reportage von Galizien über Kiew bis nach Donezk reiste, in diesem teilweise sehr amüsanten und unterhaltsamen Buch versammelt, berichtet der Kritiker, der hier etwa die Zerrissenheit des Landes erlebt. Neben den bewegend erzählten Skurrilitäten liest Freund aber auch Mühlings kritisch-besorgte Berichte über Antisemitismus, Verschwörungstheorien und faschistische Weltsichten.
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