Aus dem Französischen von Esther von der Osten. Umfallen vor Müdigkeit, sich erschöpft aufs Bett fallen lassen oder gar todmüde in tiefen, ewig währenden Schlaf fallen, so dass die Bettstatt zugleich zur Stätte des Todes wird: "Vom Schlaf" ist eine essayistische Annäherung an den Zustand des Schlafens, des Träumens, des Wachens, der Selbstvergessenheit. Jean-Luc Nancy enthüllt in diesem Buch eine weitere Facette seiner Überlegungen über die Sinnlichkeit, der zentrale Schauplatz eines neuen philosophischen Denkens, welches die Körper-Geist-Dualität weit übersteigt. Aus diesem poetischen Text spricht nicht nur der Philosoph, sondern auch der Schriftsteller Jean-Luc Nancy, der virtuos mit den phonetischen und metaphorischen Qualitäten der Sprache spielt.
Christof Forderer schätzt den Philosophen Jean-Luc Nancy als einen Denker, der sich auch in posttheologischen Zeiten der großen metaphysischen Themen annimmt und nach dem Geheimnis des Seins fragt. Daher freut er sich über Nancys nun auf deutsch vorliegende philosophische Reflexion über den Schlaf. Der Schlaf erscheint ihm darin als Zustand, der die alltägliche Erfahrungsweise außer Kraft setzt, und den Schlafenden in einen Modus der "Präsenz einer Abwesenheit" bringt. Der Essay mutet Forderer an manchen Stellen fast ein wenig wie Mythendichtung an. Auch die "poetischen Satzgeflechte" des Autors, die den Schlaf zum "Gegenstand einer philosophischen Träumerei" machen, haben ihn fasziniert.
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