Hala, Madrid! Hala, Madrid! Defendiendo tu color? Javier Marías erzählt vom Fußball ? von seiner Kindheit, von Zeit und Erinnerung, der hohen Kunst des Spiels, der Niedertracht der Präsidenten und von der Moral eines Sports, der den Spaniern alles bedeutet. Paul Ingendaay, Kulturkorrespondent der FAZ in Madrid und selbst Fußballbegeisterter, hat den Auswahlband gemeinsam mit dem Autor zusammengestellt.
In einer Doppelrezension bespricht Katharina Döbler zwei Erzählbände des Autors.
1) Javier Marias: „Während die Frauen schlafen“
Diesem Erzählband kann Katharina Döbler nicht besonders viel abgewinnen. Die Bilanz laufe auf „Überflüssigkeit, ein paar Tote und stilistische Genremalerei“ hinaus. Es gibt Besseres von Marias, wie sie feststellt, aber immerhin lasse sich an diesen relativ frühen Erzählungen die Entwicklung des Autors und seine sich abzeichnende Vorliebe für bestimmten Themen (wie der „Hang zu Gespenstern“) bereits nachvollziehen. Im Vergleich zu Marias späteren Werken handelt es sich hier ihrer Ansicht nach eher um leichte Kost. So lesen sich seine „Macht- und Todesfantasien“ wie „Rechenexempel“, findet Döbler, die überhaupt ein wenig ermüdet scheint angesichts Marias‘ zahlreicher Frauenmorde. Und ob die von ihr mehrfach erwähnte Unbefangenheit bzw. Unbekümmertheit des Autors als ein Lob zu verstehen ist, lässt die Rezensentin - vielleicht absichtlich - offen.
2) Javier Marias: „Alle unsere Schlachten“
Katharina Döbler merkt an, dass man den Autor in diesem Buch von einer ganz ungewohnten Seite kennenlernen kann. Hier stellt sich ihrer Ansicht nach nämlich etwas ein, was sich bei Marias sonst bei aller Dramatik nie einstellt: „erhöhte Temperatur“. Zufrieden diagnostiziert sie so etwas wie Leidenschaft, und selbst ein Fußball-Muffel kann ihrer Ansicht nach durch die Lektüre dieses Buches schließlich amüsiert nachvollziehen, was es ist, das hier die Herzen höher schlagen lässt. Weniger interessant findet sie jedoch die Passagen, in denen sich der Autor als „gebildeter Zeitgenosse“ erweist und - politisch ganz korrekt - auf „emotionalisierte Massen“ beim Fußballsport zu sprechen kommt. Zufriedenheit äußert Döbler allerdings, wenn sie auf Marias „ausgeprägtes Stilgefühl“ eingeht, das sich ihrer Ansicht nach sowohl in literarischer Hinsicht wie auch in der „Beurteilung ästhetischer Kriterien eines Fußballspiels“ zeigt.
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