Der wissenschaftlichen Bedeutung beraubt, geistert "Gender" seit einiger Zeit als populistisches Schlagwort durch die neuen medialen Spielräume des Politischen. Als Inbegriff eines sozialen und moralischen Werteverfalls. Jasmin Siri analysiert den Zusammenhang zwischen aufklärerischem Stellenwert der Genderforschung und einer Verbreitung antipluralistischer Politikangebote in der breiten Öffentlichkeit. Sie stellt klar, warum es bei diesem exemplarischen "Hate Speech" nicht um rationale Argumente, sondern den Aufbau von Feindbildern geht. Um Diskreditierung wissenschaftlicher Forschung im Allgemeinen und kommunikative Guerillastrategien im Speziellen. Wir alle sind gefragt, einen konstruktiven Umgang mit den veränderten Kommunikationsbedingungen unserer Gesellschaft zu entwickeln.
Dass es bei der Gender-Debatte um uns geht und also unser Engagement fordert, um Instrumentalisierungen des Gender-Begriffs wie durch die AfD zu erkennen, erfährt Thomas Arnold aus dem Essay von Jasmin Siri. Die Soziologin thematisiert die Politisierung des Begriffs und erklärt Arnold, was die Gender Studies so treiben. Ihrem Plädoyer für eine genaue Beobachtung der dargelegten Prozesse und mehr Debatte sowie für den Einsatz des Einzelnen neben dem Engagement von Behörden und Universitäten kann der Rezensent nur zustimmen.
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