Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Es ist Abscheu auf den ersten Blick, der Edward Feathers und Terry Veneering, die glänzendsten Juristen des British Empire, ein Leben lang verbindet. Als ebenbürtige Gegner in zahllosen Prozessen hassen sie einander schon, bevor sie sich beide in dieselbe Frau verlieben. Und es wird ein Leben lang dauern, bis sie bemerken, dass sie ebenso gut Freunde sein könnten. Was hat Feathers' Frau Betty so angezogen an Veneering, dem Mann mit dem weißblonden Haar, der selbst mit der schönsten Frau Hongkongs verheiratet ist? Worum beneiden die erbitterten Feinde sich mit solcher Intensität? Jane Gardam erzählt von der Fähigkeit zur Liebe und einer späten Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2016
Der letzte Teil von Jane Gardams "Old-Filth"-Trilogie ist auf Deutsch erschienen und steht den beiden Vorgängen in nichts nach, verkündet Rezensent David Pfeifer erfreut. Nun also steht Terry Veneering, erbitterter Widersacher von Edward Feathers und Objekt der Begierde von dessen Ehefrau im Mittelpunkt, klärt der Kritiker auf, den bei der Lektüre von Terrys Biografie einmal mehr das Gefühl beschleicht, hier handele es sich nicht um fiktive Personen: Denn Gardam vermag so virtuos zu erzählen, ihre Charaktere so tiefsinnig und authentisch zu schildern und Szenen mit derart viel Irrwitz zu beschreiben, dass Pfeifer kaum glauben kann, dass alles erfunden ist. Allein wie die Autorin durch das Schweigen und die Diskretion ihrer alternden Helden Spannung erzeugt, ringt dem Rezensenten größte Anerkennung ab. Die elegante, von Isabel Bogdan brillant übersetzte Sprache, das grandiose Spiel mit verschiedenen Erzählebenen und Gardams rasantes Erzähltempo lassen nur einen einzigen Kritikpunkt zu, so Pfeifer: Der Roman hätte länger sein dürfen.
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