Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492074469 Gebunden, 304 Seiten, 24
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Claudia Kotte. Mit farbigem Bildteil und Schwarz-Weiß-Abbildungen. Um 83 v. Chr. geboren, lebte Fulvia zur Zeit von Cäsar und Kleopatra - und gehörte zu den ganz wenigen Frauen des römischen Reiches, die enorm viel Macht und Einfluss hatten. Bekannt ist sie zwar aus antiken Quellen, doch fast immer als Zerrbild durch die Feder ihrer männlichen Feinde: habgierig, grausam, eigensinnig, unweiblich. Ein Ruf, der sich über Jahrhunderte festgesetzt hat, bis hin zu der Legende, sie habe nach Ciceros Tod seine Zunge mit Haarnadeln durchstochen. Die britische Historikerin Jane Draycott spürt der Fulvia hinter den Diffamierungen nach. Sie liest die Texte von Fulvias Gegnern kritisch, ordnet sie politisch ein und lässt dabei das alte Rom auferstehen. Sie erzählt von Fulvias Aufstieg an die Spitze der Macht, von ihren strategischen Bündnissen und ihrem außergewöhnlichen Charisma.So entsteht das Porträt einer Frau, die nicht gefallen wollte, sondern ihr Leben und ihren Aufstieg selbst gestaltete: vielleicht hart, sicher klug - und politisch gefährlich genug, um bis heute missverstanden zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.08.2026
Jane Draycott rückt in diesem Buch ein schiefes historisches Bild zurecht. Und zwar das der Fulvia, erläutert Rezensent Arno Orzessek, einer 80 vor Christus geborenen Römerin, die in den Schriften berühmter Männer, darunter Cicero, als üble Intrigantin beschrieben wird. Auch Draycott beschreibt Fulvia nicht als einen Ausbund von Tugendhaftigkeit, sie legt jedoch laut Orzessek Wert darauf, dass es sich bei der Verfemten um eine komplexe Figur gehandelt hat. Fulvia nutzte ihre drei Ehen zum gesellschaftlichen Aufstieg, wobei sie nicht nur an sich selbst, sondern auch an ihre fünf Kinder dachte. Die Welt des alten Rom, durch die Fulvia sich bewegte, war von blutigen Kämpfen bestimmt - dass Fulvia sich an solchen ebenfalls beteiligte und Widersacher umbringen ließ, gesteht Draycott durchaus ein, so der Rezensent. Sie legt jedoch Wert darauf, dass andere mit heute besserem Ruf es noch weitaus übler trieben. Durchaus anspruchsvoll zu lesen ist diese historische Studie, man behält ob der großen Anzahl der behandelten Personen nicht leicht den Überblick, findet Orzessek, dessen Fazit gleichwohl klar positiv ausfällt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…