Jan Böttcher

Das Kaff

Roman
Cover: Das Kaff
Aufbau Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783351037161
Gebunden, 269 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Familie, Freunde, Erinnerung? Darauf hat Architekt Michael Schürtz nie etwas gegeben. Er ist für die Karriere in die Großstadt gezogen und kehrt nur widerwillig für einen Bauleiterjob in seinen Heimatort zurück. Doch die Menschen kommen ihm näher, als er möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als das: ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass sein Leben hier und jetzt beginnen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.04.2018

Rezensent Hans-Peter Kunisch kann sich nicht recht entscheiden, ob und wenn ja wie viel Sympathie er Jan Böttchers in seiner Halbstarken-Attitüde leicht beschränktem Ich-Erzähler entgegenbringen soll. Mal fürsorglich herzlich, mal "brutal dumm", hat er wenig, was ihn empfiehlt, aber als Typ scheint der dem Rezensenten recht naturgetreu gezeichnet. Es geschieht nicht viel in dem "Kaff", in dem Michael aufgewachsen ist und in das er nun als Bauleiter für einen Auftrag zurückkehrt, lesen wir. Langweilig wird es trotzdem nicht, weder für Michael, noch für den Leser, so Kunisch, denn, wo wenig geschehe, "reicht wenig, um ein Leben zu verderben". Die Probleme und Auseinandersetzungen zwischen den Figuren in Böttchers Roman sind fast schon lächerlich bedeutungslos, doch dass sie selbst sie als so eklatant empfinden, macht den besonderen Reiz des Buches und seine "Wahrhaftigkeit" aus, findet der Rezensent. Auch die meist schroffe, schlichte Sprache der Prosa überzeugt ihn. Nur wenn Böttcher über den Job von Michael schreibt, wirds "facharbeiterhaft", so der abwägende Rezensent.
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