Klappentext

Aus dem Englischen von Ditte und Giovanni Bandini. James Rhodes ist ein weltweit erfolgreicher Konzertpianist. Er ist ein leidenschaftlicher und jungenhaft cooler Musiker. Aber der Weg, der hinter ihm liegt, führte durch die Hölle. Über den Missbrauch in seiner Kindheit kann der aus England stammende Rhodes jahrzehntelang nicht sprechen. Er rettet sich in die Musik, lernt Klavier spielen - das hilft eine Weile, dann braucht er Drogen, Exzesse, das Gefühl von Schmerz. Die Erinnerung aber bleibt. Nach einem Suizidversuch landet er in der Psychiatrie und lernt dort zu erzählen. Er kehrt ans Klavier zurück, und diesmal bleibt er dran, wird süchtig nach der Musik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.04.2016

Der britische Pianist James Rhodes tritt in seiner Autobiografie "Der Klang der Wut" als Kämpfer der klassischen Musik wider ihre eigene angestaubte Tradition auf, erklärt Rezensent Markus Schwering, der einige von Rhodes' Argumenten zwar bedenkenswert findet, aber ein paar fehlerhafte Fakten anmahnt und dem rauen Ton des Autors auf Dauer nicht so viel abgewinnen kann. Rhodes wirft dermaßen mit Fäkalausdrücken um sich, dass "Klassik und Kloake" einen überraschenden gemeinsamen Auftritt haben, staunt der Rezensent. Das andere große Thema, über das Rhodes schreibt, ist der Missbrauch, der ihm als Kind widerfahren ist, und dessen Folgen, die von uncharmanten Ticks bis zu Drogenmissbrauch und Selbstverletzungen reichten, erklärt Schwering. Daraus erklärt sich wohl der Ton, aber man merkt der Kritik an, dass Schwering dem Buch eher distanziert gegenüber steht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2016

Auch wenn Rezensent Reinhard Brembeck während der Lektüre von James Rhodes Buch den "Everest des Traumas" erklimmen muss und in brachial direkter Sprache von Kindesmissbrauch, Selbstmord, Selbsthass, Aggressivität, Alkohol, Drogen und Psychiatrie liest, möchte er insbesondere Eltern dieses Buch dringend ans Herz legen. Denn der Pianist James Rhodes, der hier literarisch sehr gelungen von seinen eigenen Erfahrungen erzählt, schreibt nicht nur ums Überleben, sondern berichtet so anschaulich aus der Hölle, die er als Kind erlebte, dass der Rezensent das Erlebte beinahe nachempfinden kann. Zugleich gerät das Buch aber auch zu einem mahnenden und hellsichtigen Werk darüber, wie Missbrauch kindliche Seelen zerstört und weshalb er von Eltern, Lehrern und der Gesellschaft nicht wahrgenommen wird. Nicht zuletzt liest Brembeck hier die fesselnde Biografie eines großen Pianisten.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.02.2016

Eine recht wüste Lektüre scheint das zu sein, manchmal eindeutig abstoßend. Eine Seite, auf der das Wort "Scheiße" nicht vorkommt, hat Rezensent Wolfram Goertz nicht gefunden. Aber er konnte das Buch dennoch nicht aus der Hand legen. Zugegeben, die Fäkalsprache stört ihn, aber er erkennt auch die Wut, die der Pianist und Autor James Rhodes damit herausschreien will. Als Junge am britischen Internat wurde er jahrelang sexuell missbraucht und hat jahrelang dazu geschwiegen. Das Buch dient ihm, wie das Klavierspiel, zur Bewältigung des Traumas - das am Ende nie ganz zu bewältigen sein wird, so Goertz. Um so überzeugender liest sich für ihn Rhodes' Plädoyer für die klassische Musik und für die Komponisten, mindestens ebenso ramponierte Typen wie er, "fast immer zahlungs- und beziehungsunfähig", aber sie hatten ein Gegenmittel. Sie stellten ihm ein paar Noten hin: "Spiel das, dann wird alles gut." Auch das Üben, die Disziplinierung auf dem Weg zu dieser Musik haben Rhodes geholfen. Und Rhodes ist heute wirklich ein meisterhafter Pianist, versichert Goertz.