Herausgegeben von der Akademie der Künste (Berlin) und der Robert-Schumann-Forschungsstelle (Düsseldorf). Um Schumanns letzte Lebensjahre, die er in der Nervenheilanstalt in Endenich bei Bonn verbrachte, ranken sich Gerüchte, Legenden und Mutmaßungen. Opfer dieser Spekulationen ist nicht zuletzt Clara Schumann. Ihr Verhalten während dieser Zeit wird in populären Lebensbeschreibungen häufig negativ bewertet. Die vom Komponisten Aribert Reimann im Archiv der Akademie der Künste, Berlin, deponierten Krankenakten werden in diesem Buch erstmals ungekürzt veröffentlicht, durch weitere bisher unbekannte Quellendokumente ergänzt und in einem medizinhistorischen Beitrag kommentiert.
Dieses Buch ist Rezensent Wolfram Goertz zufolge oberflächlich gesehen eine nüchterne Lektüre: Krankenakten, Arztnotizen, Briefzeugnisse und Berichte, darunter auch ein Obduktionsbericht. Da es sich bei dem Patienten aber um keinen Geringeren als Robert Schumann handelt, bei den Aufzeichnungen um die "Chronik des Verfalls" seiner letzten beiden Lebensjahre in der Nervenheilanstalt Bonn-Endenich, hat das Buch für den Rezensenten große Bedeutung. Denn es öffnet aus seiner Sicht den seit 150 Jahren verstellten Blick auf Robert Schumanns letzte Jahre, dessen Ärzte nach seinem Tod versuchten, den Grund seiner Geisteskrankheit mit Todesfolge, eine Syphiliserkrankung, zu verschleiern. Klug habe der Herausgeber Akten mit Briefen und Notizen von Clara Schumann und anderen angereichert, die nun ein sehr komplexes Bild vermitteln würden und Schluss mit vielen Legenden und Mythen machten. Die Akten stammen laut Goertz aus dem Besitz des Komponisten Aribert Reinmann, dessen Onkel ein Patensohn von Schumanns Arzt gewesen sei, der die Krankenakten mit einem Bann des Schweigens belegte, den Reimann nun nach reiflicher Überlegung gebrochen habe.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…