Jakob Augstein

Strömung

Roman
Cover: Strömung
Aufbau Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783351039493
Gebunden, 301 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Dass alte Gewissheiten schwinden, dass die Welt sich schneller ändert, als er es für möglich gehalten hätte, wird Misslinger ausgerechnet in den USA klar, dem Ort, der für ihn immer noch für Freiheit und eine bessere Zukunft steht. Hier verschwimmen die Grenzen von Traum und Wirklichkeit, und Misslinger realisiert, dass ihm sein Leben längst entglitten ist. In seinem literarischen Debüt erzählt Jakob Augstein eindringlich von einem Mann unserer Zeit, deren Konturen zwischen politischen Umbrüchen, neuen Ideen und alten Bedrohungen immer schwerer auszumachen sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.01.2022

Rezensent Christoph Schröder kann nur staunen, wie wenig originell der scharfzüngige Kolumnist Jakob Augstein von einem Machtmenschen und seinem Machtverlust erzählt. Laut Rezensent geht Augstein dabei unvorteilhaft auf Halbdistanz zu seinem unsympathischen Helden, dessen politische Sozialisation Schröder im Neoliberalismus der Nullerjahren verortet. So kommt er ihm nicht nah, kann ihn aber auch nicht mit satirischer Schärfe in den Blick nehmen. Die Darstellung der Banalität erschöpft sich in Klischees, Floskeln und Phrasen. Dass gewissenlose Politiker die Saat für die Entsolidarisierung der Gesellschaft auslegten, reicht dem Rezensenten nicht als Erkenntnis.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.01.2022

Rezensentin Ursula März begrüßt zunächst einmal, dass sich der Publizist Jakob Augstein in seinem Debütroman ganz vom journalistischen Duktus befreit. Erzählt wird von einem deutschen Politiker und dessen Willen zum Aufstieg in einer nicht namentlich erwähnten liberalen Partei, fasst März zusammen. Die Erzählung von rasantem beruflichem Aufstieg und die politische Rhetorik ist für März nichts Neues, insofern bediene Augsteins Held bekannte Klischees. Spannend sei aber die unaufgeregte, subtile Art wie der Politiker sich in eine existentielle Krise verwickele und letztendlich zum Abziehbild eines mächtigen Mannes in der Politik werde. Dass der Autor alle Sensationslust bei Seite lässt, wenn er seitenweise Gedanken und Gespräche wiedergibt, erkennt März durchaus an. Das macht die Lektüre für sie allerdings auch recht dröge, weshalb sie lieber von einem "Politiktraktat" als von einem Roman sprechen möchte.