Das Scheitern ist in Verruf geraten - zu Unrecht. Dem steilen Absturz, dem Schnuppen der Sterne wohnt eine funkensprühende Schönheit inne. Und ruht nicht unsere Gegenwart auf einem ganzen Jahrhundert voller Lichtgestalten, die sich selbst den Saft abdrehten? Den schillerndsten unter ihnen, siebzehn überragenden Nullen, wird hier ein Denkmal gesetzt. In weiser Beschränkung konzentriert der Band sich auf Deutschland, Heimat ungezählter Unfähiger und ihrer größenwahnsinnigen Fehlschläge. Von Kaiser Wilhelm II. über Joachim von Ribbentrop und Egon Krenz bis hin zu Rudolf Scharping bieten Wiebke Porombka und Oliver Jungen wertvolles Grundlagenwissen zur Geschichte der deutschen Nullen.
Das Büchlein hinterließ bei Eckhard Fuhr einen recht zwiespältigen Eindruck. Lobeshymnen auf Versager, natürlich nur auf solche mit Karacho wie Wilhelm II., scheinen ihm nur eine halb witzige Idee. Allzusehr drängt sich ihm der allzu kokett entfaltete feuilletonistische Sprachwitz der Autoren in den Vordergrund. Bei einem wie Rudolf Scharping wird das Genre für ihn vollends ermüdend: Scharping ist und bleibt für ihn Provinzpolitiker, dem auch die Autoren des vorliegenden Bandes keine Locken auf der Glatze drehen. Der Band hat für ihn aber auch Verdienste, etwa dass er an den Guru der Freikörperkultur Richard Ungewitter erinnert und an den gescheiterten Visionär Hermann Sörgel, der das Mittelmeer trockenlegen wollte.
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