Jacques Roubaud

Der verlorene letzte Ball

Roman
Cover: Der verlorene letzte Ball
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783803112644
Gebunden, 120 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Elisabeth Edl. Roubaud erzählt eine Geschichte, die harmlos beginnt: die Geschichte von Laurent und seinem Freund NO, zwei Balljungen im Frankreich der Vichy-Regierung. Auf einem Golfplatz belauschen sie das Gespräch eines Gestapomannes mit dem Chef der französischen Miliz. Laurents Vater, im Widerstand aktiv, war in Gefahr, in eine Falle zu laufen, wenn er nicht rechtzeitig gewarnt würde. NO übernimmt diese Aufgabe, und Laurent verspricht ihm dafür, 55.555 Golfbälle zu sammeln, die außerhalb des Platzes gelandet waren, keinen mehr, keinen weniger.
Aus dem scheinbar überschaubaren Versprechen wird eine Aufgabe fürs Leben, die Laurent sehr ernst nimmt: zu ernst, wie sich am Ende - auch des Lebens von Laurent - herausstellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2009

Drei deutsche Neuerscheinungen aus der Geschichte und Gegenwart der in Frankreich entstandenen Experimentalliteraturtradition des "Oulipo" bespricht auf einen Streich Georg Renöckl. Jacques Roubaud, 1932 geboren, gehört als Mathematiker und Literat zu den "Doppelbegabungen" des Oulipo-Kreises. Ganz sicher ist es, so der Rezensent, kein Zufall, dass im Zentrum des schmalen Romans (wiederveröffentlicht nach einer 2003 erschienenen ersten deutschen Ausgabe) eine Zahl steht. Warum es allerdings justament diese - 55 555 - sein muss, konnte der Rezensent nicht ergründen. Die Rolle im Buch ist freilich klar: Ein Freund hat dem Vater des anderen das Leben gerettet, indem er ihn vor den Nazis bewahrte. Zum Dank hat der Sohn dem Freund versprochen, 55.555 beim Spiel verlorene Golfbälle für ihn zu sammeln. "Berührend" findet Renöckl Roubauds Erzählung, "elegant" auch, allerdings äußert er Verständnis für alle jene, die auf eine solche Verwischung der Grenze zwischen "Spiel und Spielerei" nicht erpicht sind.

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