Martin Page

An Weltuntergänge gewöhnt man sich

Roman
Cover: An Weltuntergänge gewöhnt man sich
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783803132024
Gebunden, 250 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Marcus Seibert. Dieser dritte Roman des Woody Allen der jungen französischen Literatur handelt vom Ende der Liebe, dem zweifelhaften Versuch, eine neue zu verhindern, von einer Karriere im freien Fall und der schlingernden Suche nach der eigenen Person.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2006

Rezensentin Maike Albath erfreut sich an diesem "kurzweiligen" Gesellschaftsroman. Für ihr Lesevergnügen sind nicht nur der "lässige Tonfall" des französischen Autors, sondern auch verschiedene Sottisen über das Mediengeschäft und "Einsprengsel aus Gangsterklamotten" verantwortlich. Es geht, wie man liest, um einen jungen und attraktiven Filmproduzenten, der plötzlich vom Glück verlassen wird. Martin Page gehe bei der literarischen Behandlung seines Helden in "bester Bildungsroman-Manier" vor und verpasse ihm am Ende einen gehörigen "Reifeschub". Amüsante Lektüre bieten wohl auch Pages "wortreiche Ausschmückungen" von allerlei Unglücksvarianten und Katastrophen aus der Welt der gefühlsunfähigen Gegenwartsbewohner. Aber anders als beispielsweise in Büchern von Michel Houellebecq, der ähnliche Themen behandelt, ist dieser Roman aus der Sicht der Rezensentin von "tiefer Komik" geprägt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2006

Schillernde Merksätze und hohe politische Relevanz attestiert Rezensentin Gisa Funck dem dritten Roman von Martin Page. Wie schon bei seinen Kritiken der Börse und des Kunstbetriebes nehme der Autor dieses Mal die Filmbranche zum Ausgangspunkt für einen tiefen Blick in die Aporien der französischen Gegenwartsgesellschaft. Und erneut, so die Rezensentin, erzähle der Autor in einem zeitgemäßen "lapidaren Schnoddersound" von einer moralischen Erweckungsgeschichte des Helden. Ein Filmproduzent wird von Schicksalsschlägen in Form von Liebesgeschichten heimgesucht und erkennt sich selbst als erstes Opfer der Film- und Traumindustrie, der er bisher Erfolg und Glück verdankt hat. Das Happy-End fällt zwar vergleichsweise trivial aus, moniert die Rezensentin, was sie aber nicht so stört wie die Tatsache, dass man diesen hollywoodgerechten Ausgang schon viel zu früh riechen kann.
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