Arthur Larrue

Wojna

Roman
Cover: Wojna
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783803132604
Broschiert, 112 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Max Stadler. Eine Nacht in Sankt Petersburg. Genervt verlässt der Erzähler seine Freundin mitten in der Nacht, um in der Wohnung einer Bekannten unterzuschlüpfen. Doch schon im Treppenhaus begegnet ihm die Nachbarin, ein altes Weiblein, das mit Marihuana handelt und offenbar durch die Wände sehen kann. Und die Wohnung selbst ist nicht leer. Wer dort in der Küche sitzt, die mittels des Gasherds auf Körpertemperatur hochgeheizt wird, ist ihm sofort klar. Die anarchische Künstlergruppe Wojna, berühmt, berüchtigt und gesucht, hat sich eingenistet und plant offenbar neue Aktionen. Sie sind radikal, absolut und kompromisslos politisch. Kommissar Komarow verbringt die Nacht im Büro, erfolglos darum bemüht, seine heimliche Sympathie für Wojna vor sich selbst zu verbergen und alle Hinweise auf ihr Versteck zu übersehen. Doch die alte Nachbarin mit der Hanf-Plantage fasst einen hinterhältigen Plan.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.08.2014

Wer Russland kennenlernen möchte, der lese den Roman von Arthur Larrue, rät unser Rezensent. Den mit Zitaten großer russischer Autoren, wie Gogol oder Belyjs, angereicherten Text liest Philippe Panizzon als finstre Novelle über St. Petersburg und Russland insgesamt, erhellt durch Larrues witzsprühende Sprache und seine "schrecklich-schönen" Beschreibungen der Stadt. Dass die an Gewalt nicht eben arme Geschichte um die anarchistische Künstlergruppe "Wojna" auf teils durch des Autors eigene Erlebnisse verbürgten Tatsachen basiert, lässt Panizzons Blut in den Adern gefrieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.04.2014

Kurz, aber mit seinem pessimistischen Ende ganz nah an den russischen Verhältnissen und zudem nie langweilig findet Cornelius Wüllenkemper diesen Roman des Franzosen Arthur Larrue, der darin die Geschichte der Künstlerkollektivs Wojna erzählt, denen in Abwesenheit in Moskau der Prozess gemacht wird, wie der Rezensent uns aufklärt. Larrues szenische Miniaturen aus kalten Petersburger Nächten, der Geruch nach Bratfett und interessante Figuren, von der unerschrockenen Aktivistin bis zum zwielichtigen Kommissar, bergen für den Rezensenten mehr Authentizität und Erklärungspotenzial als alle Medienberichte zur Krimkrise.
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