Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. In den farbenprächtigen, poetischen Reisebildern des "Sonnentempel" beschwört Iwan Bunin die Magie der Orte und die Faszination des Unterwegsseins im Orient. Die sowohl sinnlichen als auch präzisen Beschreibungen sind verwoben mit Bildern aus der mythischen und realen Vergangenheit, aus der Bibel, dem Koran und der Dichtung. Weitere Erzählungen aus den Jahren 1897-1924 zeigen Bunin auf einer Frachtschiffahrt durch den Suez-Kanal, in den Glarner Alpen, in Tempelanlagen auf Ceylon, bei den Opferaltären von Baalbek und in der ukrainischen Steppe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2008
Als wahren Reisenden feiert Cord Aschenbrenner Iwan Bunin, der 1933 als erster russischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis bekam, wie der Rezensent ins Gedächtnis ruft. Hingerissen ist er nicht nur von der beachtlichen Aufmerksamkeit, mit der der aus verarmtem Adel stammende Bunin vor dem Ersten Weltkrieg die Eindrücke von seinen Reisen in den Nahen Osten bis nach Ceylon festhielt. Besonders bemerkenswert findet Aschenbrenner die vorurteilsfreie Offenheit, mit der sich Bunin allem Fremden näherte - damit unterschied er sich deutlich von seinen Zeitgenossen. Und bezaubert ist er schließlich von der "erlesenen Eleganz", die den Reisebeschreibungen zu eigen ist, die zudem noch in einer "schönen" Übersetzung von Dorothea Trottenberg vorliegen, wie Aschenbrenner begeistert notiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008
Hellauf begeistert ist Andreas Dorschel, dass die literarischen Reiseberichte des 1870 geborenen und 1953 gestorbenen russischen Schriftstellers Iwan Bunin nun auf Deutsch vorliegen. Er feiert Bunin als passionierten Reisenden, der mit einem gewöhnlichen Touristen nichts gemein hatte und der neben der "sinnlichen Präsenz" der Dinge, Menschen und Orte, denen er auf seinen Reisen begegnete, auch immer ihre Vergangenheit wahrnahm. Hervorragend erscheinen dem hingerissenen Dorschel die deutschen Übersetzungen der Reisebilder von Dorothea Trottenberg und er sagt auch dem Dörlemann Verlag seinen Dank für dieses "ausschweifend schöne" Reisebuch.
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