Patrick Leigh Fermor

Die Zeit der Gaben

Zu Fuß nach Konstantinopel: Von Hoek van Holland an die mittlere Donau. Der Reise erster Teil
Cover: Die Zeit der Gaben
Dörlemann Verlag, Zürich 2005
ISBN 9783908777151
Gebunden, 419 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Manfred Allie. An einem verregneten Dezembertag macht sich der 18-jährige Patrick Leigh Fermor zu Fuß, quer durch Europa, nach Konstantinopel auf. In dem Jahr, in dem Hitler an die Macht kommt, wandert der vielseitig interessierte junge Mann durch Wiesen und Wälder, verschneite Städte und die Salons der guten Gesellschaft. Er macht Bekanntschaft mit Handwerkern, Arbeitern und Direktoren, er nächtigt in ärmlichen Hospizen, Scheunen und auf märchenhaften Schlössern. Mit wachem Geist nimmt er nicht nur die Schönheit der Landschaften wahr, sondern erahnt das Heraufziehen des Sturms.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2006

Ganz wunderbar findet Georg Sütterlin diesen Reisebericht über eine Fußwanderung von London nach Istanbul von 1933 bis 1935, den Patrick Leigh Fermor erst vierzig Jahre später verfasst hat. Er würdigt den Autor als einen der bedeutendsten Vertreter der englischen Reiseliteratur, einem Genre, das zu seinem Bedauern im deutschen Sprachraum oft immer noch als mindere literarische Gattung gilt. Dass diese Ansicht blanker Unsinn ist, belegt Fermors Reisebericht für Sütterlin geradezu beispielhaft. Er begeistert sich für die "Frische und Anschaulichkeit" seiner Beschreibungen und lobt in diesem Zusammenhang die Übersetzung von Manfred Allie, die Fermors "opulente Sprache und stilistische Eleganz" treffend wiedergibt. Besonders reizvoll erscheint ihm der Wechsel zwischen der Perspektive des jugendlichen Fermor und der des alten Mannes, der die Erfahrungen der Reise reflektiert und schildert, wie sie ihn verändert hat. Der Band endet nach Auskunft des Rezensenten lange bevor Fermor Istanbul erreicht. Zu seiner Freude sollen Fortsetzung der Reisebeschreibungen bald erscheinen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2005

Hocherfreut zeigt sich Rezensent Thomas Medicus über die nun auf deutsch vorliegenden Erinnerungen Patrick Leigh Fermors an seine Reise zu Fuß quer durch Mitteleuropa in den Jahren 1933/1934. Er würdigt den hierzulande unbekannten Autor, der in England zu den Großen zählt, als "begnadeten" Schriftsteller sowie als Ethnografen, Kunsthistoriker, Sprachforscher und Historiker, "der sein stupendes Wissen elegant und voller Esprit mit seinen Beobachtungen zu vermitteln und nie belehrend weiterzugeben weiß". Fermor erlebe Deutschland wie Mitteleuropa nicht als "bedrückendes, sondern beglückendes Wintermärchen". Dabei zeige er sich keineswegs blind für den martialischen Aufputz des Dritten Reiches mit seinen SA- und SS-Aufmärschen. Andererseits beschreibe er die Deutschen, die ihn mit großer Gastfreundschaft begegneten, durchaus mit Sympathie. "Köln, Stuttgart, Ulm", schwärmt Medicus, "kehren ebenso unversehrt wieder wie die im Lauf der Kriegszeiten vertriebenen, verschwundenen kleinen mitteleuropäischen Völker mit ihren noch vormodernen Sitten und Gebräuchen." Das Resümee des Rezensenten: "eine schöne Entdeckung."
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