Isaac Stern

Meine ersten 79 Jahre

Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach 1999
ISBN 9783785720066
Gebunden, 448 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Ko-Autor: Chaim Potok. Mit 58 Abbildungen. Aus dem Amerikanischen von Peter A. Schmidt. An einem Oktobermorgen des Jahres 1937 besteigt ein 17jähriger junger Mann einen Bus in Manhattan. Er fährt bis an die Endstation. Bleibt sitzen. Fährt wieder zurück - bis zur Endstation - und erneut zurück. So geht das hin und her: sechs Stunden lang. Der junge Mann hat am Vortag sein Debüt als Geiger in New York gegeben. Verzweifelt und tief unzufrieden mit den Kritiken steht er nun vor der Entscheidung: alles hinwerfen oder noch härter arbeiten. Nach sechs Stunden ist die Entscheidung gefallen. Es beginnt die atemberaubende Karriere eines der bedeutendsten Geiger unseres Jahrhunderts: Isaac Stern.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.07.2000

Christine Lemke-Matwey scheint eine unterhaltsame Lektüre genossen zu haben, auch wenn die Autobiografie sie nicht in allen Teilen überzeugt hat. Sie kritisiert die mitunter etwas "holprige" Übersetzung und weist darauf hin, dass es durch die Aufzeichnungsform - Sterns hat sein Leben Chaim Potok diktiert - zu vielen "Flüchtigkeiten" komme. Manche Urteile zur Geschichte erscheinen der Rezensentin "erschreckend pauschal", und Sterns Begründung für seine Weigerung, in Deutschland und Österreich aufzutreten, ist ihr nicht klar genug. Trotzdem scheine hinter den meist gutgelaunten, anekdotenreichen Berichten manchmal auch die weniger sonnige Seite des jüdischen Musikers auf, so die Rezensentin anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2000

Harald Eggebrechts anfängliche Befürchtungen, diese Musiker-Autobiografie könne - wie so viele andere - daran kranken, dass ein aufregendes Leben ohne Schwung und Spannung erzählt wird und außerdem an dem Problem scheitern, musikalische Angelegenheiten mit Worten zu beschreiben, haben sich schnell in Luft aufgelöst. Er begeistert sich für dieses "an Geschichten, Reflexionen und Begegnungen reiche Buch", das Stern mit Hilfe des Schriftstellers Chaim Potok oft mit poetischen Formulierungen und doch ganz unsentimental verfasst habe. Zwar findet er die ein oder andere Passage - etwa über die familiären Schwierigkeiten des Viel-Reisenden oder Sterns Bemühungen, den Abriss der Carnegie Hall zu verhindern - bisweilen etwas zu ausführlich. Besonders gefällt ihm jedoch, wie überzeugend Stern Musik als "Lebensweise" vermitteln und ihren Einfluss auf Gesellschaft und sogar Politik darstellen kann. Und wenn Stern über das "Geheimnis der Bogengeschwindigkeit, von den Klangcharakteren der Saiten" spricht, vermittle er tatsächlich durch Worte etwas von Musik, was vielen anderen Autoren sonst nicht gelingen mag.
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