Mit 276 farbigen und s/w. Abbildungen. Herausgegeben von Bettina Brand-Claussen und Viola Michely. Katalog zur Ausstellung in der Sammlung Prinzhorn im Altonaer Museum in Hamburg 2004, Norddeutsches Landesmuseum, 2005. Um 1900 waren in psychiatrischen Anstalten deutlich mehr Frauen als Männer interniert, doch nur wenige ihrer Arbeiten wurden als Kunstwerke anerkannt und aufbewahrt. Wer waren diese gesellschaftlich marginalisierten Frauen? Was waren ihre künstlerischen Intentionen? Viele Arbeiten werden zum ersten Mal ausgestellt. Eine besondere Rarität ist ein großer Bildteppich, den Emma Mohr in der Anstalt Halle-Nietleben als Protestbrief zwischen 1872 und 1876 gestickt hat (Leihgabe aus Privatbesitz).
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
In Heidelberg ist in der Sammlung Prinzhorn in der psychiatrischen Universitätsklinik in der Voßstraße noch bis zum 25. September 2004 die Ausstellung "irre ist weiblich - Künstlerische Interventionen von Frauen in der Psychiatrie um 1900" zu sehen. Dazu ist ein Katalog erschienen, der die einzelnen Objekte und die Künstlerinnen detailliert vorstellt. Vorne weg ein paar allgemeinere Einführungen. Gisela Steinlechner von der Universität Wien zum Beispiel weist darauf hin, was die Einweisung in die Anstalt für die Frauen der bürgerlichen Mittelschicht bedeutete. Sie, die zuständig gewesen waren für die Betreuung, für die Pflege ihrer Familie, wurden jetzt selbst zu Pflegefällen. Das musste ihnen als völliges Versagen erscheinen. Hedwig Wilms (1874-1915) häkelte und knüpfte aus Baumwollgarn ein Service. Das Tablett mit Krug und Gießkännchen darauf erinnerte sie an das, was man ihr genommen hatte, an die heile, bürgerliche Welt, die die Tochter eines Marburger Fabrikanten schon lange bevor sie in die Anstalt in Berlin Buch eingewiesen worden war, verlassen hatte... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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