Sven Lager, Elke Naters

Durst Hunger müde

Cover: Durst Hunger müde
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462034325
Taschenbuch, 278 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Mit Bildern von Antje Dorn. Was ist das für ein Leben mit Kindern? Was ist so besonders daran? Man langweilt sich auf Spielplätzen, anstatt Sex zu haben, gibt sein ganzes Geld aus für überteuerte Schokopops und Spielzeug, das noch am gleichen Tag kaputtgeht, schiebt Buggys durch die Innenstadt und hat unübersehbare Essensflecken auf dem Rücken. Keiner sagt es einem, Freunde lächeln gutmütig und verschwinden für immer, und Partys finden wiederholt ohne einen statt, weil man um drei Uhr nachts im Notarztwagen mit einem Kind sitzt, das verzweifelt hustet. Was ist das Geheimnis dieses absurden Lebens, in dem Glück und Verzweiflung eine überwältigende Kraft besitzen? Es sind die Kinder und ihre Anarchie, die das Leben so reich machen. Und es sind die Geschichten, die das Leben mit Kindern einem schenkt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2004

Üblicherweise, meint Rezensent Ijoma Mangold, reicht man als Rezensent ein Buch über Kinder an diejenigen unter den Kollegen weiter, die selbst Kinder haben. Aber warum eigentlich, bemerkt er weiter, denn auch Bücher über Kinder müssen vor der "unbestechlicheren Instanz" des "kinderlosen Kritikers" bestehen - in diesem Fall vor Mangolds eigener. Dies ist dem Gemeinschaftswerk von Elke Naters und Sven Lager offensichtlich gelungen. Und das, so Mangold, obwohl sie ein ganzes Buch lang nichts anderes tun, als über ihre zwei weiteren Gemeinschaftswerke - ihre beiden Kinder - zu schreiben, wo es bekanntermaßen doch "nichts Schlimmeres" gibt, "als Eltern, die nur noch über ihre Kinder reden". Dass die Lektüre dem Rezensenten sogar "merkwürdigerweise überaus charmant und sehr amüsant" vorgekommen ist, macht er an zweierlei fest: "Weder behaupten sie je die Einzigartigkeit der Drolligkeiten ihrer Kinder, noch verfolgen sie ein weitergreifendes weltanschauliches oder erziehungstheoretisches Projekt". Die "lakonische Art", mit der Naters und Lager von "Lärm, Chaos und Ungehorsam" berichten, mache schnell deutlich, "wie die Weite der Stunden und Tage sinnvollerweise kein Exerzierfeld für Konsequenz und Härte sein kann". Da kann sogar der Rezensent nur noch kapitulieren, wie er bereitwillig zugibt.
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