Irina Korschunow

Langsamer Abschied

Roman
Cover: Langsamer Abschied
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009
ISBN 9783455039986
Gebunden, 156 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Pierre und Nora, zwei, die zusammengehören, gemeinsam reden und schweigen, sich streiten und vertragen, Pläne machen und wieder verwerfen - bis Pierre mit seinem Auto in die Katastrophe rast und nichts mehr so ist wie zuvor. Ihre Geschichte beginnt zwischen den schrägen Wänden am Göttinger Goldgraben, wo bei klarem Wetter ein Quadrat des Sternenhimmels durch das Dachfenster funkelt. Pierre studiert Physik, Nora Kunstgeschichte, und als sie sagt: "Ja, ich will bei dir bleiben", gilt das für immer - glaubt sie. Doch der Unfall, bei dem Pierre schwer verletzt wird, wirft Nora aus der Bahn. Ein nicht enden wollender Albtraum beginnt. Sie kann sich nicht verzeihen, dass sie im Streit auseinandergingen, bevor das Unglück geschah. Wird sie jemals wieder aus dem Labyrinth von Schmerz und Schuldgefühlen herausfinden? Vielleicht sogar noch einmal von Liebe reden können?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2009

Ganz angetan wirkt Rezensentin Andrea Lüthi von Irina Korschunows Roman "Der lange Abschied", der vom Stoff her durchaus das Zeug zum Melodram hätte, wie die Rezensentin feststellt. Es geht um ein Ehepaar, dessen Beziehung gerade an einem unehelichen Kind zu zerbrechen droht, als der Mann durch einen Unfall ins Koma fällt. Der Autorin geht es dabei vor allem um das Ausloten von Gefühlen und die Frage nach Selbstverwirklichung bzw. Aufopferung, so Lüthi. Wegen einer gewissen Selbstgefälligkeit, die beiden Hauptfiguren eigen sei, fällt es ihr mitunter schwer, Empathie für das Paar aufzubringen. Auch findet sie die Wendung, dass sich die Frau in den Arzt ihres komatösen Mannes verliebt, etwas überzogen. Dennoch scheint sie der Roman, der eben mehr sei als eine "tragische Trennungsgeschichte", gefesselt zu haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2009

Im Grunde eine alltägliche Geschichte, die Irina Korschunow hier erzählt, meint die Rezensentin Sabine Brandt. Aber was für ein lesenswertes Buch wird unter den Händen der Autorin daraus, stellt sie staunend fest. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar, das sich von der Ehe mehr versprochen hat, als sie hält. Bevor die Ehe jedoch, was sich abzeichnet, scheitern kann, erleidet der Mann einen schweren Unfall, der ihn zum Pflegefall macht. Wie Korschunow hier ein Netzwerk aus Schuld und Schuldgefühlen entwickelt, das macht ihr, so Brandt, so schnell keiner nach. Die Rezensentin macht keinen Hehl daraus, dass sie dieses Buch nicht nur überzeugt, sondern auch ergriffen hat.
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