Dies ist die Geschichte von Freda von Rützow, geboren zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Sie ist siebzehn, als sie sich von einem fremden Mann verführen lässt. Eine Katastrophe, sagt ihr Vater und tut alles, um die Schande zu vertuschen. Freda darf ihr Kind nicht behalten, das aus diesem Fehltritt hervorging, aber eine Stunde hat sie es im Arm, eine kurze lebenslange Stunde. Was bleibt, ist ein Traum, ein Luftkind...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2002
Eine spannende Beschreibung eines "Durchschnittsmenschen" in der Nazi-Zeit ist Irina Korschunow hier gelungen, findet die Rezensentin Sabine Brandt. Sie ist überhaupt beeindruckt von dem Talent der Autorin, ihren Lesern die Identifikation mit ihren Geschichten leicht zu machen. Der erste Eindruck bei der Lektüre sei, dass es sich um eine moderne Variation von Fontanes Effi Briest handelt, doch die Geschichte einwickele sich schnell zu etwas anderem: der Roman sei "eine Menschengeschichte", Korschunow gelinge es, "aus menschlichen Alltäglichkeiten einen Gesamtblick auf eine Geschichtsära zu konstruieren", so das beeindruckte Fazit der Rezensentin. Ihr gefällt auch, dass eine Rettungsaktion erzählt wird, bei der die Heldin aber nicht um die Stärke des einzelnen gehe, sondern vielmehr um seine Schwächen: "den Kampf mit der Angst, die großen Niederlagen, die viel zu kleinen Siege".
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