Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Im Jahr 1827 wird Peter von Scholten als Günstling des Königs mit klarem Auftrag nach Westindien geschickt: Fülle die königlichen Schatzkammern mit Reichtümern aus der Kolonie - ohne Rücksicht auf Menschenleben. Doch für Peter von Scholten sind auch Sklaven Menschen, eine Einstellung, für die ihn die Plantagenbesitzer hassen. Auf seiner Seite stehen die Humanisten Maria Eide und ihr Mann Mikkel, die den Sklaven Gehör verschaffen wollen, und vor allem die freie, wohlhabende Einheimische Anna Heegaard, in die Peter sich verliebt. Und die Zeiten ändern sich: Die Sklaven erheben sich gegen ihre Unterdrücker, und Peter von Scholten erklärt sie gegen den Willen seines Königs für frei. In Nacht und Nebel muss er die Insel verlassen - und wird Anna nie wiedersehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2019
Rezensent Rudolf von Bitter nimmt Mich Vraa nicht übel, dass er sich in seinem Roman (Teil einer Triogie, informiert uns Bitter) nach Belieben bei der Historie über die Kolonialzeit der Dänen auf den Antillen bedient, munter in der Chronologie springt und Dokument-Zitate nicht kennzeichnet. Ein unkonventioneller Text mit vielen Konfliktlinien und umfangreichem Personal entsteht so allemal, findet er. Den Moment der Loslösung der Sklaven kann der Autor so unterhaltsam in farbigen Tableaus darstellen, meint der Rezensent. Dass Vraa seine Figuren weitgehend selbst sprechen lässt, schafft Gegenwärtigkeit, erklärt Bitter einen Appeal der Geschichte.
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