Inka Parei

Die Schattenboxerin

Roman
Cover: Die Schattenboxerin
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783895611056
Gebunden, 192 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Hell, die "Schattenboxerin", lebt in Berlin,im verotteten Seitenflügel eines ehemals vornehmen jüdischen Mietshauses. Ihr gegenüber wohnt die Dunkel, mit der sie nicht mehr verbindet, als das Klo auf halber Treppe. Die beiden Frauen sind die letzten Bewohner des Hauses, eine stille, zurückgezogene Gemeinschaft. Als eines Tages jedoch die Dunkel spurlos verschwindet, macht sich Hell auf die Suche nach der Hausgenossin. Die Spur führt zu März, einem jungen Mann, der mit Hilfe eines alten Fotos seinen Ostberliner Vater sucht und im Rucksackdie Beute eines Bankraubs mit sich herumträgt. Er kennt die Dunkel von früher, hat sie in Berlin getroffen und wieder verloren. Ihre Spurensuche führt sie aber auch zu jenem Vergewaltiger, dessen Tat sie dazu brachte, asiatische Kampfkunst zu lernen, eine Schattenboxerin zu werden...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.1999

Kolja Mensing schildert diesen Roman als eine "Detektivgeschichte, und zwar eine ziemlich elegante", und freut sich, dass die deutschen Autoren der jüngeren Generation "richtig gut und spannend schreiben können". Besonders gefällt ihm das Berlin-Bild bei Parei. Mensing meint, dass die Gattung des Berlin-Romans hier an ein Ende angelangt sei und dass Parei zeige, wie man sich Berlin nun von den Rändern her neu erschließen müsse.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.1999

Noch ein Berlin-Roman. Manchmal findet ihn Katharina Döbler in ihrer Kritik etwas zu bemüht, etwa in der Wahl der Namen der beiden Frauen, die da in einem kalten Seitenflügel in Berlin gegenüberwohnen: "Hell" und "Dunkel". Aber Pareis Prosa besteche durch die Konstruktion und vor allem durch die extrem kalte und präzise Prosa mancher Passagen, etwa wenn Parei den Kampf der nach einer Vergewaltigung kung-fu-geschulten "Hell" gegen zwei Schutzgelderpresser erzählt: mit "klirrender Sachlichkeit" würden da die Körper und Wunden präsentiert. Auch in der Schilderung mancher Stadtlandschaften erkennt Döbler ein "großes Talent". Darum verzeiht sie auch die literarischen Schwächen des Romans.