Aus dem Niederländischen von Ulrike Bischoff. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur ein Prozent des weltweiten Vermögens besitzt, teilen sich die oberen zehn Prozent über vier Fünftel. Wie die Ökonomin und Philosophin Ingrid Robeyns zeigt, ist dieser exzessive Reichtum einiger Weniger nicht nur ungerecht, sondern auch eine verpasste Chance. Denn dieses Geld könnte viel sinnvoller genutzt werden als für Superyachten, Luxusimmobilien oder Privatflüge in den Weltraum. Wir könnten damit einige der drängendsten Probleme unserer Zeit lösen: den Klimawandel, extreme Armut oder soziale Ungleichheit. Um das Potenzial, das in diesem Vermögen schlummert, voll ausschöpfen zu können, müssen wir Reichtum begrenzen. Ingrid Robeyns zeigt uns, wie das geht und warum wir alle davon profitieren würden.
Ingrid Robenys schlägt mit ihrem Buch keine neuen Kerben, weiß Rezensentin Angela Gutzeit. Thomas Piketty und einige andere haben die enorme Vermögenskonzentration und ihre Folgen auf unsere Gesellschaften bereits vor ihr benannt und analysiert. Da sich das Problem seitdem jedoch eher noch verschärft hat, sind wohl noch einige kräftige, präzis ausgeführte Schläge gegen diesen Umstand von Nöten. Und genau dies biete Robeyn. Seit der Finanzkrise befasst sich die Ethikprofessorin bereits mit den Folgen der Ungleichheit und mit möglichen Lösungsstrategien. Die Ergebnisse dieser Beschäftigung fasst sie nun laut Gutzeit gut lesbar, anschaulich und reich an konkreten Beispielen in ihrem Buch zusammen. Dabei begründe sie ihre Forderungen wie eine Vermögensobergrenze oder eine rigorose international vernetzte Steuerpolitik nicht nur rational ökologisch und ökonomisch, sondern auch bewusst und nachvollziehbar moralisch. Auf die Gefährdung der Demokratie durch Tech-Giganten wie Facebook und Co geht die Autorin leider nicht wirklich ein - eine Leerstelle, findet die Rezensentin. Dennoch gelinge Robeyn mit "Limitarismus" ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um Vermögensverteilung und ein eindringlicher Appell an uns alle.
Philipp Daum und Marilena Piesker unterhalten sich für Zeit online mit Ingrid Robeyns, Professorin für Ethik der Institutionen an der Universität Utrecht, über ein "Luxusproblem", nämlich über die Frage, wann Reichtum unmoralisch wird. Sie setzt sich für einen Limitarismus ein, also eine Obergrenze für Reichtum: "So wie wir nicht wollen, dass jemand unterhalb der Armutsgrenze lebt, fordert der Limitarismus, dass niemand mehr als einen bestimmten Betrag besitzen sollte." Unser Resümee
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…