Kerstin Hensel lobt hier vor allem die wissenschaftliche, nicht-ideologische Herangehensweise der Ethnologin Merkel an das Thema "Konsumkultur der DDR". Einerseits befasse sich die Autorin in ihrem gut recherchierten Buch mit dem Warenangebot in der DDR und wecke dabei die ein oder andere "gruselig-komische" Erinnerung, andererseits wisse Merkel aber auch die Ursachen für die damalige Warenknappheit anzuführen. So bespricht die Autorin in ihrem Buch sowohl die fehlgeleitete Subventionspolitik, Energie- und Zeitverschwendung wie auch In- und Exportgepflogenheiten. Aber auch geschichtliche Hintergründe und ideologische Debatten bzw. Utopien kommen nicht zu kurz. Im Fazit zeigt sich die Rezensentin jedoch ernüchtert: die Vermutung, dass weniger Revolutionsideale als vielmehr die verlockende Konsumwelt die Menschen 1989 auf die Strasse getrieben hat, werde in Merkels Buch letztlich bestätigt.
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