Klappentext
Dagegenhalten - Ein Weckruf Wie bleibt man stabil in den neuen autoritären Zeiten? Indem man sich nicht einreden lässt, dass Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus einfach nur andere Meinungen seien. Ilko-Sascha Kowalczuk blickt in diesem Buch auf die inneren Mechanismen des Rechtsrucks. Er zeigt, wie und warum die DDR-Vergangenheit verharmlost wird, wie die Ostdeutschtümelei die Demokratie unterminiert und warum die Freiheitsfeinde in der Regel Putin-Freunde sind. Seine Lektionen über den Populismus führen vor, wie man dagegenhält und den Extremisten die Suppe versalzt. Denn noch sind die Demokratie- und Freiheitsfreunde in der Mehrheit. Deutschland ist trotz aller Probleme nach wie vor eines der politisch stabilsten, sozial sichersten, wirtschaftlich stärksten und gesellschaftlich freiheitlichsten Länder der Welt. Doch die Populisten vermitteln ein ganz anderes Bild, beschwören den Niedergang herauf und verherrlichen autoritäre Systeme. Ilko-Sascha Kowalczuk blickt in diesem Buch auf die Entwicklungen in Ostdeutschland und zeigt, wie das Gift der Freiheitsfeinde in die Gesellschaft einsickert: durch das Schlechtreden der Gegenwart und die Verklärung der Vergangenheit. Insbesondere die DDR-Geschichte ist ein Schlachtfeld, auf dem um die Akzeptanz autoritärer Staatsvorstellungen gerungen wird.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.07.2026
Einigermaßen distanziert bespricht Rezensent Michael Pilz Ilko-Sascha Kowalczuks neues Buch. Das an Kowalczuks "Freiheitsschock" anschließt und ein weiteres Mal im Stil einer Streitschrift die autoritären Tendenzen in der ostdeutschen Bevölkerung attackiert. Kowalczuk argumentiert, dass die Kontinuität zweier Diktaturen, bei allen Unterschieden zwischen denselben, im Osten Spuren hinterlassen hat - und einem Denken Vorschub geleistet hat, das den Willen der Mehrheit gegen Minderheitenrechte ausspielt. Der Historiker Kowalczuk hat keine Bedenken, solche Haltungen als faschistisch zu bezeichnen. Pilz, der inhaltlich durchaus etwas mit Kowalczuks Diagnose anfangen zu können scheint, würde eher mit John Stuart Mill von einer "Tyrannei des vorherrschenden Meinens und Empfindens" sprechen; und merkt außerdem an, dass die Eigenheiten der Ostdeutschen vielleicht gar nicht so viel mit historischen Traditionen zu tun haben als damit, dass sie "endlich den Reiz der Distinktion verstanden haben". Einem abschließenden Werturteil enthält sich der Rezensent, dennoxh merkt er an, dass sich vor allem "zwischen den Zeilen" bei Kowalczuk bemerkenswerte Pointen finden.
Kommentieren

