Ilja Ilf, Jewgeni Petrow

Das eingeschossige Amerika

Eine Reise mit Fotos. 2 Bände
Cover: Das eingeschossige Amerika
Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783821862392
Gebunden, 693 Seiten, 65,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Helmut Ettinger. Mit einem Vorwort von Felicitas Hoppe. Die "anderen" Vereinigten Staaten von Amerika - 1936/37, zu Stalins Zeiten, verfasst von einem sowjetischen Schriftsteller-Duo und nun erstmalig ins Deutsche übersetzt. Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, als "Ilf und Petrow" berühmt und mit ihren satirischen Romanen literarische Stars der frühen Jahre der Sowjetunion, durchquerten mehrere Wochen lang Amerika: von Oktober 1935 bis Januar 1936, von Ost nach West und wieder zurück, ihr mausgraues Ford-Automobil brachte sie 16.000 km durch mehrere hundert Städte. Sie "erlebten die Indianer, sprachen mit jungen Arbeitslosen, alten Kapitalisten, radikalen Intellektuellen und revolutionären Arbeitern, mit Dichtern, Schriftstellern und Ingenieuren", sie besuchten kulturelle, soziale, industrielle Institutionen - und fotografierten mit ihrer Leica-Kamera auf der Höhe der Fotokunst ihrer Zeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.01.2012

Hingerissen ist Karl Schlögel von diesem Reisebericht von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, die im Auftrag der "Prawda" 1935/36 die USA bereisten. Er schätzt die sowjetischen Reporter als genaue Beobachter, die nicht nur die überwältigenden Sehenswürdigkeiten in den USA bewundern, sondern auch den Alltag erforschen. Spürbar ist für ihn die Faszination, die das Land - bei aller Skepsis - auf Ilf und Petrow ausübt. Am stärksten findet er die Autoren, wenn sie den American Way of Life, den Alltag, die praktischen Einrichtungen des Lebens beschreiben. Ziemlich beeindruckt ist Schlögel auch von den Fotos, die Ilf und Petrow gemacht haben. Sein Fazit: eine ebenso instruktive wie faszinierende Reise.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2011

Dass der bereits 1936 erschienene, wunderbar satirische Reisebericht "Das eingeschossige Amerika" des sowjetischen Autorenduos Ilja Ilf und Jewgeni Petrow nun in der herausragenden Übersetzung von Helmut Ettinger vorliegt, findet Rezensentin Susanne Klingenstein einfach großartig. Denn die Autoren, die sie schon seit der Lektüre des witzigen Romans "Die zwölf Stühle" für "brillant" hält, haben hier eines der ergreifendsten und unmittelbarsten Porträts des Amerikas der dreißiger Jahre verfasst, so die Kritikerin. Von der sowjetischen Prawda als Korrespondenten nach Amerika geschickt, um das Endstadium des Kapitalismus zu proklamieren, berichten die beiden Autoren hier von ihrer vierzigtägigen Reise von New York über die Südstaaten nach Texas und Kalifornien und müssen feststellen, dass Amerika weniger das Land der Wolkenkratzer, als vielmehr das der öden, eingeschossigen Kleinstädte ist. Die Rezensentin liest satirische Betrachtungen, etwa über den elektrischen Stuhl in Sing-Sing, der auch nach 200 Hinrichtungen noch wie neu aussieht oder über die ständig Kaugummi oder Zigarrenenden kauenden Landsleute. Auch der zweite Band der Ausgabe, der die zarten, "sehnsuchtsvollen" Briefe Ilfs und Petrows an ihre Familien enthält, hat die Kritikerin restlos begeistert.