Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Das Mädchen Tuha lebt in Kairo. Ihr Vater verdient sein Geld als Gaukler auf den Straßen der Stadt. Zur Familie gehört, in Ägypten gar nicht unüblich, auch ein Affe. Tuha hat ihm dem Namen Maimun gegeben, das bedeutet "glücklicher Affe", und die zwei sind unzertrennlich.Wenn der Vater in der Stadt aufspielt, sind auch Tuha und Maimun mit dabei. Tuha tanzt zum Takt des Tamburins, und auch Maimun wippt im Rhythmus mit. Die Zuschauer bleiben stehen und applaudieren, doch am Ende reichen die spärlichen Münzen kaum, um das tägliche Brot zu kaufen. Tuha sieht die Sorgenfalten auf der Stirn des Vaters. Er will doch nicht etwa Maimun weggeben?! Als er einen Esel nach Hause bringt und versucht, diesem ein paar Kunststücke beizubringen, iaht das Tier bloß. Da spannt der Vater den Esel eines Morgens kurzerhand vor einen Karren und macht sich auf den Weg, um auf dem Markt Orangen zu verkaufen. Er sieht keine andere Möglichkeit mehr. Dank Tuhas Beharrlichkeit und Maimuns Geschick wendet sich die Sache zum Guten. So eine Darbietung hat noch niemand zuvor gesehen …
Rezensentin Isabelle Stier erkennt keine Klischees in Sahar Abdallahs Kinderbilderbuch über ein junges Mädchen in Kairo und seine Familie. Das Leben zwischen Tradition und Moderne fängt die Autorin laut Stier detailreich in Bleistiftschraffuren ein. Dass Abdallah Probleme einer sich wandelnden Gesellschaft aufgreift und mit der im arabischen Raum populären Familienthematik verbindet, gefällt Stier gut. Mit der kleinen Tuha stellt die Autorin zudem ein kluges, selbstbewusstes Mädchen vor, dass die Familienprobleme scharfsinnig zu lösen hilft, meint Stier anerkennend.
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