Mit Illustrationen von Annabelle von Sperber. Die Rosenstraße in Berlin: Hier wurde Geschichte geschrieben, als 1943 der einzige friedliche und öffentliche Widerstand gegen die Nazi-Diktatur stattfand. Hunderte Frauen demonstrierten tagelang für die Freilassung ihrer jüdischen Männer, zusammen mit den gemeinsamen Kindern - und hatten am Ende mit ihrem Straßenprotest tatsächlich Erfolg. Anja Tuckermann erzählt in diesem Kindersachbuch die Geschichte der kleinen Doris, deren Vater von den Nazis verschleppt wird, und dem Bangen der ganzen Familie, ob sie den Vater wiedersehen werden. Sie erzählt von Doris' Mutter, die zusammen mit vielen anderen Frauen mutig gegen die Inhaftierung protestiert - unter Einsatz ihres Lebens.
Anja Tuckermann hat ein tolles Kinderbuch über eine erfolgreiche Widerstandsaktion in der NS-Zeit geschrieben, freut sich Rezensentin Dina Netz. Es geht um Proteste im Berlin des Jahres 1943 gegen die Verhaftung jüdischer Menschen, die, meist als Ehepartner von Nichtjuden, noch in Deutschland geduldet wurden. Vor allem Angehörige versammelten sich vor dem Gebäude, in dem die Betroffenen vorläufig interniert wurden, und es gelang ihnen tatsächlich, sie wieder frei zu bekommen, wobei viele der Freigelassenen später zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Tuckermann beschreibt die Ereignisse aus der Perspektive eines fiktiven Mädchens, dessen Vater die Deportierung droht. Gut gefällt Netz, wie Tuckermann diese Erzählhandlung mit Sachtexten kombiniert, um ein junges Publikum an die Vergangenheit heran zu führen. Überhaupt ist die Gestaltung sehr gelungen, so die Rezensentin, nicht zuletzt dank Annabelle von Sperbers Illustrationen, die historisch gut recherchiert und lebendig gemalt sind. Eine runde Sache, so das Fazit.
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