Hülya Kalkan

Ich wollte nur frei sein

Meine Flucht vor der Zwangsehe
Cover: Ich wollte nur frei sein
Ullstein Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783550078583
Gebunden, 228 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Als Hülya in die leere Wohnung in Ludwigsburg kommt, ist ihre schlimmste Befürchtung wahr geworden: Sowohl ihre 13-jährige Schwester Esme als auch ihr neun Jahre alter Bruder Serkan wurden von der Mutter in die Türkei verschleppt. Sie selbst hat es erst wenige Monate zuvor geschafft, vor der Zwangsehe aus der Heimat der Eltern zu fliehen. Nun setzt sie alles daran, ihre Geschwister zurück nach Deutschland zu holen. In jenes Land, in dem sie alle gehören sind. Dies gelingt ihr zwar Jahre später mit ihrem Bruder. Aber Esme, ein frecher, lebensfroher Teenager, ist in einer Koranschule eingesperrt. Während Hülya alle legalen Mittel auszuschöpfen versucht, erhält sie die Nachricht, dass Esme gegen ihren Willen verlobt worden ist. Für Hülya steht fest, dass es nur eine Lösung gibt: Sie muss Esme aus der Türkei befreien. Ein abenteuerliches, nie da gewesenes Vorhaben. Im Wettlauf mit der Zeit ist Hülya ganz auf sich selbst gestellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2006

Cathrin Kahlweit bespricht vier Bücher, die sich mit den spezifischen Problemen der Kinder türkischer Migranten in Deutschland befassen. Hülya Kalkans Bericht siedelt sie zwischen "Lebensbeichte und Thriller" und somit im Grenzbereich zwischen Literatur und Sachbuch an. Die Autorin beschreibt darin, wie sie sich selbst einer erzwungenen Heirat entziehen konnte und später auch ihre Schwester durch eine dramatische Flucht vor diesem Schicksal bewahren konnte. Trotz der erfolgreichen Verhinderung der Zwangsverheiratung leiden die Schwestern dennoch unter "Angst, Traumata, Einsamkeit", weil sie Rache fürchten und unter dem Bruch mit der Familie leiden, resümiert die Rezensentin mitfühlend.
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