Sie war eine prominente deutsche Geisel der türkischen Regierung: Als angebliche Terrorunterstützerin saß die Journalistin und Übersetzerin Meşale Tolu mit ihrem kleinen Sohn in Haft; danach wurde ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert. Jetzt, wieder in Deutschland, berichtet sie über diese Zeit: über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit. Ein sehr persönliches Buch, das zugleich deutlich macht, wie das Regime in Ankara mit seinen Kritikern umgeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2019
Rezensent Christian Meier liest den Haftbericht der kurdischstämmigen Ulmerin Mesale Tolu mit gemischten Gefühlen. Einerseits rührt ihn die Unerschütterlichkeit der Journalistin und was sie über die Absurdität ihrer Festsetzung und die Bedingungen schreibt, unter denen sie mit ihrem dreijährigen Sohn in der Türkei in Untersuchungshaft gelebt hat, über die Ungewissheit und den verzweifelten Kampf gegen den türkischen Staat. Andererseits stößt ihn die kitschige Sprache ab und der Umstand, dass die Autorin Gut und Böse sehr schematisch trennt, mitfühlende Zellengenossinnen hier, gemeine Polizisten dort.
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