In Kleinmachnow bei Berlin entstanden zwischen 1939 und 1943 streng abgeschirmte Institutsgebäude der Reichspostforschungsanstalt. Hauptforschungsgebiete waren Hochfrequenztechnik, Fernsehen, Radar, Atomphysik und Funkspionage. Dort befand sich auch ein historistisches Wohnschloss: die Hakeburg. Der Autor schildert nicht nur die bisher kaum bekannten Hightech-Projekte des Dritten Reiches, sondern auch die Geschichte des Gebäudekomplexes, der heute unter Denkmalschutz steht. Von 1947 bis 1989 residierten hier nacheinander die Karl-Marx-Hochschule der SED, an der auch Carola Stern und Wolfgang Leonhard tätig waren, die Bezirksparteischule und die Karl-Liebknecht-Sonderschule des ZK der SED. Diese Kaderschmiede war u.a. Veranstaltungsort für richtungweisende Konferenzen, etwa im "Kampf gegen den Formalismus" oder für eine veränderte Kirchenpolitik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Der Autor hat einen "kaum bekannten deutschen Erinnerungsort" erschlossen, schreibt Jens Bisky anerkennend über Hubert Faensen, der die Hakeburg in Kleinmachnow bei Berlin nicht nur im vorliegenden Buch historisch vom Kaiserreich über Nazizeit (Reichspostforschungsanstalt) und Sozialismus (SED-Parteihochschule) bis heute aufgearbeitet, sondern das Denkmal auch realiter vor dem Abriss bewahrt hat. Dietloff von Hake, alter märkischer Adel, habe die Hakeburg zwischen 1906 und 1908 von Bodo Ebhardt, einem Architekten Wilhelms II., auf dem 62 Meter hohen Seeberg in Kleinmachnow erbauen lassen, eine Art "wild gewordenes Einfamilienhaus". Mittlerweile sind Form und Bestimmung der Hake'schen "Trutzburg" zwischen Kleinfirmen und Waldorfschule nach Meinung des Rezensenten "glanzlos" geworden - wie der Fortschritt eben.
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