Im Jahr 1956 inszenierte die Stasi die "Flucht" des Ehepaars Guillaume aus der DDR nach Frankfurt am Main. Günter Guillaume machte dort Karriere in der SPD und fand sich 1970 unverhofft im Kanzleramt wieder, wo er von 1972 bis zu seiner Enttarnung und Festnahme 1974 persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt war. Als "Kanzleramtsspion" ist Guillaume weltweit berühmt geworden. Eckard Michels legt nun erstmals eine ausführlich recherchierte Lebensbeschreibung Guillaumes vor: von der Kindheit und Jugend im Dritten Reich, der Rekrutierung und Ausbildung durch die Stasi, der Übersiedlung in die BRD, seinem geradezu irrwitzigen Aufstieg zum Kanzler-Referenten bis hin zur Festnahme, dem Prozess und dem Leben nach der Rückkehr in die DDR. Basierend auf teilweise erstmals freigegebenen Akten, entsteht am Beispiel des Falls Guillaume ein facettenreiches Bild vom Wirken der Stasi-Agenten in der Bundesrepublik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2013
Laut Rainer Blasius, der viel über die Affäre Guillaume, aber leider sehr wenig zum Buch von Eckard Michels zu sagen hat, ist dem Autor auf Basis "intensiver" Auswertung von Nachlässen und "Veröffentlichungen" (weniger von HVA-Material) ein fesselndes Buch gelungen. Blasius führt das vor allem auf die gekonnte Einbringung des menschlichen Faktors in die Spionagewelt zurück. Ob Michels mit seiner Einschätzung, wonach Guillaumes Bedeutung als Spion relativiert werden sollte, richtig liegt, vermag Blasius hingegen nicht einzuschätzen.
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