In der erbitterten und gelegentlich ermüdenden Diskussion um die Rechtschreibreform wird Sachkenntnis oft durch argumentativen Eifer ersetzt. Die Rechtschreibung muss vereinfacht werden, sagen die einen. Die deutsche Orthografie gehört zur Eigenart der deutschen Sprache, meinen die anderen. Horst Haider Munske erläutert in diesem Buch Schritt für Schritt, wie die deutsche Rechtschreibung im Verlauf von Jahrhunderten entstanden ist. Er stellt ihre Grundstrukturen dar und erklärt ihre Eigenheiten. Das Buch ist ein kleiner, kompakter Reiseführer durch die deutsche Sprache und ihre Orthografie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2005
Rundum glücklich ist Rezensent Stefan Stirnemann mit Horst Haider Munskes Buch "Lob der Rechtschreibung". Er sieht darin "ein Zaubermittel", das zu einem klaren Blick verhelfe. Überzeugt hat ihn, dass Munske nichts befiehlt, sondern versucht zu verstehen, "warum wir schreiben, wie wir schreiben". Dem Autor gehe es darum zu zeigen, dass das, was dem Schreiber Schwierigkeiten macht, dem Leser das Verstehen erleichtert. Als seine Haupterkenntnis hält Stirnemann die Einsicht fest, dass unser Schreibsystem von "unsichtbarer Hand" in diese Richtung verändert wurde. An Beispielen aus zwei Kapiteln erläutert Stirnemann die Haltung Munskes näher. Er vertrete mit seinem "Lob der Rechtschreibung" die Freiheit der Sprache und stelle sich so gegen die Regelungswut der Rechtschreibreform. Abschließend würdigt Stirnemann dieses "Büchlein der Freiheit" als "durch und durch lesenswert".
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