Klappentext
Nie war seit dem Zweiten Weltkrieg so offensichtlich, welche Gefahren einem liberalen Europa drohen - und wie wenig Verlass auf alte Allianzen ist. Dies gilt ganz besonders für Deutschland und Amerika: Holger Stark analysiert, warum Trump keine Momentaufnahme ist, sondern etwas Neues. Und er sagt, worauf es jetzt ankommt: Auf der Grundlage von Gesprächen mit Regierenden und Ministern in Berlin, Brüssel und Washington rekonstruiert er die Fehler der vergangenen 25 Jahre - und entwirft ein Bild, wie eine Zukunft jenseits von Amerika aussehen könnte. Für Deutschland ist es an der Zeit, erwachsen zu werden. Es könnte ein zweiter Mauerfall-Moment werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2026
Für Rezensent Robert Fieten ist das Buch des stellvertretenden Zeit-Chefedakteurs Holger Stark Lektüre zum richtigen Zeitpunkt. Laut Fieten schildert der Autor die Entwicklung des transatlantischen Verhältnisses zwischen den USA und Europa während der vergangenen 25 Jahre und erörtert anhand von Gesprächen mit Politikern, warum die USA immer isolationistischer und Europa gegenüber feindseliger agieren und welche Schlüsse Europa daraus ziehen sollte. Bemerkenswert findet Fieten, dass Stark die transatlantische Situation auch als Chance für Europa begreift. Wie genau diese Chance auf Eigenständigkeit Europas umsetzbar wäre, beschreibt der Autor aber leider zu vage, bedauert Fieten.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.02.2026
Rezensent Stefan Reinecke begegnet in seiner Doppelkritik zwei angenehm "kühlen" Analysen zur zerfallenden westlichen Weltordnung. Während Daniel Marwecki in seinem Buch "Die Welt nach dem Westen" die globalen Verschiebungen, insbesondere die Machtumkehrung zwischen China und den USA in den Blick nimmt, fokussiert Holger Stark in "Das erwachsene Land" auf die deutsch-amerikanische Beziehung: Schlüssig lege der Zeit-Journalist dar, wie abhängig sich Deutschland auch noch in den letzten 20 Jahren von den USA gemacht habe, und dass dies ein Ende haben müsse. Dabei weist der Autor laut Reinecke insbesondere auf das vergebliche Engagement von Heiko Maas hin, der als einziger deutscher Politiker konsequent auf die Emanzipierung von den USA drängte, und betont auch die verzerrte Selbstwahrnehmung Deutschlands: Mit der angedrohten Abziehung der US-Truppen aus Deutschland etwa würden die USA sich eher selbst ins Bein schießen als, wie befürchtet, der Bundesrepublik zu schaden, liest Reinecke. Solcherlei Weckrufe sind zurzeit wichtig, um die nötige "Selbstaufklärung" der politischen Elite herbeizuführen, meint der Kritiker - und lobt Starks Buch als einen "sachkundigen" und "ohne Eifer" verfassten Schritt in diese Richtung.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2026
Rezensentin Viola Schenz lernt mit dem Buch des Investigativjournalisten und USA-Kenners Holger Stark eine Menge über die Vorgeschichte des "Epochenbruchs". Dass der Autor hier auf seine Interviews mit Vance, Scholz, Baerbock und anderen zurückgreift, erscheint Schenz legitim, zumal Stark diese Erinnerungen "klug und erkenntnisreich" ausdeutet, wie sie schreibt. Gut komponiert und lesbar ist das Buch außerdem, meint sie, dankbar für klare Analysen einer verwirrenden Weltlage. Dass Stark auch vor unangenehmen Fragen und Szenarien nicht zurückschreckt und bei seinen Erörterungen weit ausholt, gefällt Schenz gleichfalls gut. Etwas Straffung bei der Zeithistorie und Register im Anhang hätten sie noch mehr für das Buch werben lassen.
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