Aus dem Englischen von Sabine Roth und Regina Rawlinson. Bruno Salvador führt in London ein ruhiges Leben als Dolmetscher. Bis er einen Auftrag vom Britischen Geheimdienst erhält. Für zwei Tage wird er an einen geheimen Ort gebracht. Er dolmetscht eine inoffizielle Konferenz, an der auch afrikanische Politiker teilnehmen. Auf dem Spiel steht die Zukunft des Kongo. Doch die krisengeschüttelte und an Rohstoffen reiche Region ist Brunos Heimat. Bahnt sich in dem fernen Land eine Katastrophe an? Gemeinsam mit seiner jungen Geliebten Hannah sucht Bruno Verbündete, die mit ihm für eine demokratische Zukunft des Kongo streiten. Doch plötzlich werden Hannah und er zu Gejagten, denn in Brunos Besitz befinden sich wertvolle Dokumente.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2006
Lothar Müller preist John le Carre anlässlich seines neuen Romans als einen "Wünschelrutengänger", dem es immer wieder gelinge, unterirdische historisch-politische und alltagskulturelle Zusammenhänge zu orten und literarisch auf den Punkt zu bringen. Anders als in vielen Romanen le Carres ist der Protagonist und Ich-Erzähler, wie der Rezensent berichtet, diesmal kein Geheimdienstmann, sondern ein kongolesischer Konferenzdolmetscher namens Bruno Salvador. Obwohl es um den Kongo geht, spielt sich die gesamte Handlung in Europa ab, bemerkt der Rezensent. Der Autor setze also nicht auf rasante Handlung und direkte Konfrontation, sondern auf die subtileren Spannungen der Konferenzsituation. Insgesamt zeigt Müller sich weniger begeistert von der mit einer melodramatischen Liebesgeschichte angereicherten Romanhandlung als vielmehr von den Details, an denen le Carre in routinierter Weise die größeren Zusammenhänge auf den kleinsten Nenner bringt.
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