Arabisch-palästinensische Kooperation mit dem Zionismus, 1917-1948
Hentrich und Hentrich Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783955657703 Gebunden, 382 Seiten, 32,00
EUR
Klappentext
Inspiriert von Geschichten, die er als Kind im Westjordanland hörte, deckt Hillel Cohen in diesem außergewöhnlichen Buch eine verborgene Geschichte auf, die für die Erzählung des Israel-Palästina-Konflikts von zentraler Bedeutung ist, aber bis heute größtenteils bewusst ignoriert wurde. "Schattenarmee" erzählt von Arabern, die sich von Beginn der arabisch-israelischen Auseinandersetzungen an auf die Seite der Zionisten stellten und ihnen politisch, wirtschaftlich und in Sicherheitsfragen halfen. Basierend auf neu freigegebenen Dokumenten und Recherchen in zionistischen, arabischen und britischen Quellen folgt der Autor unter anderem Beduinen, die jüdische Nachbarn beherbergten, Waffenhändlern, pro-zionistischen Propagandisten und Informanten sowie lokalen Führern, die mit den Zionisten kooperierten, um eine alternative Geschichte der Mandatszeit aufzudecken, deren Auswirkungen bis heute reichen. Hillel Cohen beleuchtet die palästinensische Nationalbewegung, die diese "Kollaborateure" als Verräter brandmarkte und verfolgte; die zionistische Bewegung, die sie benutzte; und diejenigen selbst, die eine alternative Sichtweise des palästinensischen Nationalismus vertraten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2026
Ein lehrreiches Buch gerade auch mit Blick auf die aktuelle Situation im Nahen Osten hat Hillel Cohen laut Rezensent Thomas Thiel geschrieben. Cohen beschäftigt sich mit Arabern, die in der Region zwischen 1917 und dem Palästinakrieg 1948 mit Juden zusammengearbeitet hatten, teils sogar auf Seiten der Juden kämpften. Die Kollaborateure - ein Begriff, den Cohen wertfrei nutzt - handelten aus unterschiedlichen Motiven, nicht wenige von ihnen lehnten den radikalen Flügel der palästinensischen Nationalbewegung um den NS-Freund Hajj Amin al-Husseini ab. Die Zionisten wiederum nutzten die Uneinigkeit der arabischen Seite geschickt aus und spalteten die Bewegung, unter anderem, indem sie prozionistischen arabischen Journalismus unterstützten. Cohen kann zwar nicht beziffern, wie viele Araber mit den Juden zusammenarbeiteten, er zeigt aber auf, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelte. Das Buch, freut sich Thiel, "besticht durch seine Differenziertheit", wenn es die zionistische Einflussnahme auf die Araber mit derselben Sorgfalt behandelt wie innerarabische Konflikte. Nur mit dem deutschen Titel "Schattenarmee" ist Thiel nicht einverstanden, er passt nicht zu einem keineswegs einheitlichen Phänomen. Dennoch ermöglicht es dieses schlaue Buch, findet der Rezensent, einen neuen Blick auf historische Kämpfe zu werfen, die womöglich auch anders hätten ausgehen können.
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